09.03.2010 · Die Bundesbank hat aufgrund der Niedrigzins-Politik in der Krise im vergangenen Jahr weniger Geld verdient. Dennoch erzielte die Zentralbank einen Gewinn von 4,1 Milliarden Euro. Sie überwies den Gewinn vorschriftsgemäß an den Bund.
Die Bundesbank überweist in diesem Jahr einen Gewinn von 4,1 Milliarden Euro an den Bund. Im Vorjahr lag der Überschuss noch bei 6,3 Milliarden Euro. „Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf niedrigere Zinserträge in Euro zurückzuführen. Grund hierfür waren die in der Euro-Zone historisch niedrigen Leitzinsen“, sagte Bundesbank-Präsident Axel Weber auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.
Der Bundesbankgewinn ist seit Jahrzehnten eine wichtige Einnahmequelle für den Bundeshaushalt. Mit Ausnahme weniger Jahre konnten die Frankfurter
Währungshüter stets große Summen an den Bund überweisen. In diesem Jahr fließen 3,5 Milliarden Euro des Bundesbank-Gewinns in den Bundeshaushalt. Die restlichen 600 Millionen Euro werden verwendet, um die durch die Konjunkturpakete entstandenen Schulden zu tilgen.
Ihren bisher höchsten Gewinn erzielte die Bundesbank 1997 mit 12,4 Milliarden Euro. In den 70er Jahren liefen allerdings mehrere Jahre lang Verluste auf. Die Erträge der Bundesbank hängen einerseits von der Wertentwicklung der Gold- und Devisenbestände ab. Außerdem schlagen Einnahmen aus den Refinanzierungsgeschäften mit den Geschäftsbanken zu Buche.
Die wichtigste Quelle für den Bundesbank-Gewinn waren auch in diesem Jahr die Zinserträge in Höhe von 7,6 Milliarden Euro. Das war deutlich weniger als noch 2008, als die Bank 16,9 Milliarden Euro Zinsen einnahm. Gleichzeitig musste die Bundesbank 2009 aber selber mit 3,5 Milliarden Euro nach 8,5 Milliarden Euro im Vorjahr auch weniger Zinsen zahlen. Im Geschäft mit Gold, Fremdwährungen und Wertpapieren verdiente die Bundesbank weitere 0,7 Milliarden Euro, mit Beteiligungen 0,6 Milliarden Euro.
Die Zentralbanken hatten nach Verschärfung der Finanzkrise weltweit ihre Leitzinsen in mehreren, teils abgesprochenen Schritten drastisch gesenkt. Die Europäische Zentralbank senkte ihren Zinssatz, zu dem sich anderen Banken bei den Zentralbanken Geld leihen können, von 4,25 Prozent auf den historischen Tiefstand von 1,0 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.387,04 | +0,75% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2535 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 107,06 $ | −0,19% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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