http://www.faz.net/-gqe-76hi7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 12.02.2013, 08:30 Uhr

Nicht höher als das Grundgehalt EU-Staaten wollen Banker-Boni begrenzen

Banker-Boni sollen in der EU künftig das Grundgehalt nicht mehr übersteigen dürfen. Schon einmal hatten Ratspräsidentschaft und Parlament diesen Vorschlag diskutiert; nun scheint es konkreter zu werden. Nur Großbritannien wehrt sich offenbar noch.

© AFP Nicht höher als das Grundgehalt: Für Banker-Boni soll es in der EU wahrscheinlich künftig eine Grenze geben.

Die EU-Staaten erwägen als Konsequenz aus der Finanzkrise eine Begrenzung von Bonuszahlungen an Bankmanager. Vorgeschlagen wird etwa, Prämien zu verbieten, die das eigentliche Gehalt übersteigen, wie aus einem internen Papier hervorgeht, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Allerdings wären demnach mit Zustimmung der Aktionäre Boni möglich, die das Gehalt um das Zweifache übertreffen.

Die Vorschläge kommen von Irland, das zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Sollten sie angenommen werden, könnten die neuen Regeln bereits Anfang des kommenden Jahres greifen. Schon Mitte Dezember hatten sich Unterhändler des Europaparlaments und der damaligen zyprischen EU-Ratspräsidentschaft auf eine Deckelung von Banker-Boni geeinigt.

Eine Premiere in der EU

Es wäre in der EU das erste Mal, dass es für Bonuszahlungen eine absolute Grenze gibt. Frühere Reformen zielten darauf ab, Prämien später zu zahlen. Damit sollen Bankmanager von riskanten Geschäften abgehalten werden.

Irische Diplomaten wollen die Vorschläge am Donnerstag auf einem Botschaftertreffen erläutern. Für eine Umsetzung müssten die Mitgliedstaaten zustimmen. Im Dezember hatte es bereits geheißen, es sei unwahrscheinlich, dass die Mitgliedstaaten eine mit dem Europaparlament erzielte Einigung noch einmal kippen.

Mehr zum Thema

Mittlerweile scheint es aber doch größeren Widerstand aus Großbritannien zu geben. Die Regierung in London sei gegen eine Begrenzung, schrieb die Nachrichtenagentur Reuters, würde aber mehr Mitspracherechte für Aktionäre akzeptieren. Für Großbritannien ist der Finanzplatz London besonders wichtig.

Die neuen Regeln sollen im Rahmen des Basel-III-Abkommens für Banken erlassen werden. Ziel ist es, eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern. Eigentlich sollte Basel III Anfang dieses Jahres umgesetzt werden. Nun ist der Start für den 01. Januar 2014 vorgesehen.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach dem Putschversuch Türkei fordert Deutschland zu Auslieferungen auf

Seit dem Putschversuch geht die Regierung in Ankara mit aller Härte gegen Anhänger der Gülen-Bewegung vor. Nach den Vereinigten Staaten gerät nun auch Deutschland ins Visier. Die Kanzlerin äußert sich skeptisch. Mehr

28.07.2016, 15:38 Uhr | Politik
Wahl in Amerika Demokraten küren Clinton zur Präsidentschaftskandidatin

Hillary Clinton ist nun offiziell Präsidentschaftskandidatin der Demokraten in den Vereinigten Staaten. Mit ihr tritt erstmals eine Frau für eine der beiden großen Parteien im Kampf um das Präsidentenamt an. Mehr

27.07.2016, 14:00 Uhr | Politik
EU-Kommission Michel Barnier soll Brexit-Verhandlungen führen

Die EU-Kommission hat den ehemaligen französischen Außenminister Michel Barnier zum Verhandlungsführer der Austrittsgespräche mit Großbritannien ernannt. Mehr

27.07.2016, 10:56 Uhr | Politik
Auf Kuschelkurs Barack Obama umschwärmt Hillary Clinton

Auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia hat sich der amerikanische Präsident Barack Obama hinter Hillary Clinton gestellt. Clinton geht bei der Wahl im November für die Demokraten ins Rennen um das Präsidentenamt. Obama schwärmte: Nie gab es eine Frau oder einen Mann, der so für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika geeignet gewesen wäre wie Hillary. Mehr

29.07.2016, 07:11 Uhr | Politik
Donald Trump Russland, wenn Du zuhörst...

Die Demokraten beschuldigen Russland für die Veröffentlichung von 20.000 E-Mails des Parteivorstands. Donald Trump sieht darin abermals eine Chance, sich zu profilieren – und fordert das Land auf, die fehlenden E-Mails zu finden. Mehr

27.07.2016, 20:12 Uhr | Politik

Credit Suisse im Sturzflug

Von Johannes Ritter, Zürich

Das Misstrauen der Investoren ist groß. Der kleine Gewinn vermag sie nicht zu beruhigen. Auch die Strategien des neuen Spitzenmanns Tidjane Thiam bleiben umstritten. Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden