Home
http://www.faz.net/-gqe-76hi7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Nicht höher als das Grundgehalt EU-Staaten wollen Banker-Boni begrenzen

Banker-Boni sollen in der EU künftig das Grundgehalt nicht mehr übersteigen dürfen. Schon einmal hatten Ratspräsidentschaft und Parlament diesen Vorschlag diskutiert; nun scheint es konkreter zu werden. Nur Großbritannien wehrt sich offenbar noch.

© AFP Vergrößern Nicht höher als das Grundgehalt: Für Banker-Boni soll es in der EU wahrscheinlich künftig eine Grenze geben.

Die EU-Staaten erwägen als Konsequenz aus der Finanzkrise eine Begrenzung von Bonuszahlungen an Bankmanager. Vorgeschlagen wird etwa, Prämien zu verbieten, die das eigentliche Gehalt übersteigen, wie aus einem internen Papier hervorgeht, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Allerdings wären demnach mit Zustimmung der Aktionäre Boni möglich, die das Gehalt um das Zweifache übertreffen.

Die Vorschläge kommen von Irland, das zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Sollten sie angenommen werden, könnten die neuen Regeln bereits Anfang des kommenden Jahres greifen. Schon Mitte Dezember hatten sich Unterhändler des Europaparlaments und der damaligen zyprischen EU-Ratspräsidentschaft auf eine Deckelung von Banker-Boni geeinigt.

Eine Premiere in der EU

Es wäre in der EU das erste Mal, dass es für Bonuszahlungen eine absolute Grenze gibt. Frühere Reformen zielten darauf ab, Prämien später zu zahlen. Damit sollen Bankmanager von riskanten Geschäften abgehalten werden.

Irische Diplomaten wollen die Vorschläge am Donnerstag auf einem Botschaftertreffen erläutern. Für eine Umsetzung müssten die Mitgliedstaaten zustimmen. Im Dezember hatte es bereits geheißen, es sei unwahrscheinlich, dass die Mitgliedstaaten eine mit dem Europaparlament erzielte Einigung noch einmal kippen.

Mehr zum Thema

Mittlerweile scheint es aber doch größeren Widerstand aus Großbritannien zu geben. Die Regierung in London sei gegen eine Begrenzung, schrieb die Nachrichtenagentur Reuters, würde aber mehr Mitspracherechte für Aktionäre akzeptieren. Für Großbritannien ist der Finanzplatz London besonders wichtig.

Die neuen Regeln sollen im Rahmen des Basel-III-Abkommens für Banken erlassen werden. Ziel ist es, eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern. Eigentlich sollte Basel III Anfang dieses Jahres umgesetzt werden. Nun ist der Start für den 01. Januar 2014 vorgesehen.

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Neue Kursrekorde Zwischen Allzeithoch und Krisenfurcht

An den Aktien- und Anleihemärkten geht es steil bergauf. Doch wie lange kann es so weitergehen? Warnungen vor einer Überhitzung an den Finanzmärkten bekommen inzwischen mehr Gehör. Mehr Von Gerald Braunberger, Daniel Mohr, Winand von Petersdorff

10.04.2015, 18:06 Uhr | Finanzen
Federica Mogherini in Lübeck EU-Außenbeauftragte warnt vor Grexit

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat beim Treffen der G7 in Lübeck vor einem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone gewarnt. Zu den G7-Staaten, deren Außenminister sich seit Dienstag zu Gesprächen treffen, gehören die Vereinigten Staaten, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada. Mehr

15.04.2015, 15:38 Uhr | Politik
Bootsunglück im Mittelmeer Schulz wirft EU-Ländern Tatenlosigkeit vor

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz prangert den Unwillen der Hauptstädte in der Flüchtlingspolitik an: Nichts bewegt sich, sagt er nach der Tragödie im Mittelmeer, bei der hunderte Menschen starben. Wir müssen erkennen, dass wir ein Einwanderungsgebiet sind und eine legale, geordnete Einwanderungspolitik benötigen. Mehr

20.04.2015, 05:27 Uhr | Politik
Europas Plätze Trafalgar Square

Nicht nur Admiral Nelson hat alles im Blick: In kaum einem anderen europäischen Land werden die Bürger so beobachtet wie in Großbritannien. Seit Jahren erweitert der Staat seine Befugnisse im Namen der Sicherheit. Aber auch Rosie und Lizzy sorgen für Sicherheit. Mehr

06.04.2015, 14:38 Uhr | Aktuell
Nach Embargo Russland stellt Armeeübungszentrum ohne Deutschland fertig

Bei Moskau sollte ein hochmodernes Gefechtszentrum entstehen. Doch wegen des Embargos durfte Rheinmetall nicht liefern. Nun ist eine Moskauer Firma eingesprungen. Mehr

10.04.2015, 14:38 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.02.2013, 08:30 Uhr

Was tun mit Google?

Von Patrick Bernau

Das EU-Verfahren gegen Google ist übertrieben und nutzlos. Doch mit Google ist längst nicht alles gut. Deshalb sind bessere Ideen gefragt. Mehr 2 7


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden