Home
http://www.faz.net/-gqe-75tnp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

„Nicht ausruhen“ IWF sieht weiter viele Probleme für die Weltwirtschaft

Es besteht weiterhin die Gefahr, dass die Weltwirtschaft in die Krise zurückfällt. Dieser Meinung ist jedenfalls die Chefin des internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde. Mittelfristig gebe es viele ungelöste Probleme.

© REUTERS „Wir sollten den Rückfall vermeiden“, warnt Christine Lagarde.

Die Gefahr eines Rückfalls der Weltwirtschaft in die Krise ist nach Einschätzung der IWF-Chefin Christine Lagarde noch nicht gebannt. Es seien im vergangenen Jahr zwar in vielen Teilen der Welt die richtigen Maßnahmen ergriffen worden, um einen ökonomischen Zusammenbruch zu vermeiden, doch mittelfristig gebe es zahlreiche ungelöste Probleme, sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds am Donnerstag in Washington.

Konkret nannte sie etwa den Schuldenabbau in reichen Industrieländern, entschlossene Reformen im internationalen Finanzsektor und den Abbau der Arbeitslosigkeit.

„Wir dürfen uns nicht ausruhen“

„Wir haben den Kollaps aufgehalten. Wir sollten den Rückfall vermeiden. Wir dürfen uns nicht ausruhen“, sagte Lagarde. Für Europa, wo das Bild insgesamt viel besser aussehe als im Vorjahr, empfahl die Französin eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank. Das sei für die Region „angemessen, um die Nachfrage aufrecht zu erhalten“.

Zudem bekräftigte sie, dass die Europäer die angestrebte Bankenunion weiter vorantreiben müssten. Zudem seien Krisenländer wie Griechenland oder Portugal trotz vieler Erfolge längst nicht am Ziel mit ihren Reform- und Sparanstrengungen.

Mehr zum Thema

Auch im Rest der Welt dürften sich die Gesetzgeber angesichts der spürbaren Erholung von der schweren Finanzkrise nicht zufrieden zurücklehnen. Als Beispiel nannte Lagarde „Zeichen eines nachlassenden Engagements“ bei Reformen im internationalen Finanzsektor. Die Vorhaben schienen „leicht verwässert oder aufgeweicht“ oder wie im Fall der strengeren Kapitalmarktregeln „Basel III“ verzögert zu werden. Die Regierungen dürften nicht riskieren, das neu gewonnene Vertrauen in die Märkte aufs Spiel zu setzen.

Quelle: DPA

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Drittes Hilfspaket für Hellas Wieder ist der Steuerzahler der Retter

Warum soll das dritte Hilfspaket für Griechenland all die Probleme lösen, die zwei vorherige Milliardenspritzen nicht beheben konnten? Und wieso sollte gerade Alexis Tsipras wichtige Reformen durchpeitschen? Mehr Von Holger Steltzner

18.08.2015, 09:44 Uhr | Wirtschaft
Kreditrückzahlungen Griechenland bekommt keinen Zahlungsaufschub vom IWF

Beim Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat Direktorin Christine Lagarde Hoffnungen Griechenlands auf einen Aufschub der Kreditrückzahlungen einen Dämpfer versetzt. Sie sagte, dass eine Stundung nicht empfehlenswert sei. Mehr

17.04.2015, 12:35 Uhr | Wirtschaft
Finanzminister Schäuble Auch ich habe um meine Entscheidung gerungen

Bei den Verhandlungen mit Griechenland hat er einen Grexit auf Zeit vorgeschlagen. Nun wirbt Finanzminister Wolfgang Schäuble für ein Ja zum Hilfspaket. Diese Entscheidung war wohl keine leichte für ihn, wie er in einem Fernsehinterview sagt. Mehr

17.08.2015, 21:10 Uhr | Politik
IWF-Chefin im Interview Ich hoffe, dass das Referendum in Griechenland Klarheit bringt

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hofft auf eine Einigung nach dem Referendum in Griechenland. Das Land werde aber trotz seiner Schulden beim Internationalen Währungsfonds Mitglied der Organisation bleiben. Mehr

02.07.2015, 14:13 Uhr | Wirtschaft
Neue Finanzhilfe auf dem Weg Zahl der Abweichler in der Union gestiegen

Der Bundestag hat das dritte Hilfspaket für Athen mit großer Mehrheit beschlossen. Von den 113 Nein-Stimmen kamen immerhin 63 aus der Union - drei mehr als beim letzten Mal. Mehr

19.08.2015, 12:25 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 17.01.2013, 19:27 Uhr

Verunsicherung

Von Gerald Braunberger

Geldpolitik und Finanzmärkte gelangen derzeit nicht zu einer übereinstimmenden Interpretation der Wirtschaftslage. Das diesjährige Treffen von Jackson Hole belegte eine nachhaltige Verunsicherung. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Microsoft wächst langsamer als die Konkurrenz

Für Microsoft gab es in dieser Woche Grund zum Feiern. Doch nachdem Apple Microsoft beim Umsatz längst überflügelt hat, kommt nun auch Google näher ran. Mehr 3