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New Economy : Der entzauberte Mythos

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Stephan Schambach reagiert Bild:

Stephan Schambach gehört zu den Leitfiguren der deutschen „New Economy“. Doch mit den zu Jahresbeginn veröffentlichten Zahlen von Intershop ist der Mythos angeknackst.

          Stephan Schambach hat Pionierarbeit in Deutschland geleistet. Ähnlich wie die Vobis- oder Jenoptik - Firmengründungen gehört sein Unternehmen zu den ersten deutschen Garagenunternehmen Deutschlands, auch wenn die Garage hier eine Villa im Jenaer Westviertel war. Nicht aus Prestigegründen, sondern weil das Haus über einen damals in Ostdeutschland selten vorhandenen Telefonanschluss verfügte.

          Begonnen hat alles 1992 mit der Firma Net-Consult, als in Deutschland das Internet und seine wirtschaftliche Dynamik völlig unbekannt waren. Der damals 22-jährige Physikstudent Stephan Schambach hatte seine Zeit weniger in seine Studien denn in seinen PC investiert. Außergewöhnlich für einen Ostdeutschen, der nicht wie westdeutsche Jugendliche Gelegenheit gehabt hatte, wie selbstverständlich mit Computern zu experimentieren.

          Der Fall der Mauer ermöglichte ihm, Visionen Realität werden zu lassen. Gemeinsam mit Freunden schrieb er PC-Software für das noch unbekannte „world wide web“. Stephan Schambach entwickelte eine Perspektive von Shops im Internet - der Mythos Intershop war geboren. So entstand das erste virtuelle Kaufhaus auf dem Kontinent, dessen Namen an die Valuta-Kaufhäuser der Ex-DDR „Intershop“ erinnerte. Die junge Crew entwickelt Programme, mit denen sich E-Commerce aufbauen läßt. Erste Risikofinanzierungen verhalfen zu einem steilen Aufstieg. Schnell waren prominente Fürsprecher gefunden. Ein Lothar Späth wurde nicht müde, jene Wunderknaben zu loben, die “garantiert Fuß fassen werden“.

          Weltweite Expansion

          Seit 1996 expandierte Intershop. Aus dem in Thüringen beheimateten Unternehmen wurde bald die deutsch-amerikanische Firma Intershop Communications Inc. San Francisco bildete nur den Beginn der Expansion, das Netz der Intershop-Niederlassungen erstreckt sich mittlerweile über weltweit 24 Zweigstellen zwischen New York, Sydney und Sao Paolo. Schambach war es damit gelungen, das Start-up zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten von SAP und Oracle zu machen.
          Im Juli 1998 wagte der pfiffige Unternehmer den Gang an den Neuen Markt der Frankfurter Börse. „Der Börsengang ist nicht das Ziel, sondern der Anfang“, sagte Schambach damals. Der Erfolg gab dem jungen Unternehmer recht. Binnen kürzester Zeit hatte sich der Aktienkurs mehr als verdreifacht.

          Bröckelnder Mythos

          Noch Ende November zeigte sich Schambach zuversichtlich und sah bei seinen Produkten „eine Gewinnmarge von 90 Prozent“. Akquisitionen hatte er allerdings schon damals auf die Zeit nach einer Börsenstabilisierung verschoben.

          Heute sorgte sein Unternehmen jedoch nicht für Börsenstabilisierung. Die von ihm noch am 23.11.2000 in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ avisierte Gewinnspanne von 5 bis 10 Prozent musste er revidieren. Ob er noch einmal aus den Ruinen auferstehen wird, bleibt abzuwarten.

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