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Veröffentlicht: 21.04.2017, 10:24 Uhr

Neues Dekret Trump schreckt die Stahl-Branche auf

Donald Trump stellt die amerikanischen Stahlimporte auf den Prüfstand. Seine Begründung: Es gehe um „die nationale Sicherheit“.

© Reuters Der Präsident und sein jüngstes Dekret

Donald Trump will klären lassen, ob Stahlimporte die nationale Sicherheit beeinträchtigen, kündigte Trump am Donnerstag an und unterzeichnete einen entsprechenden Erlass. Nach seinen Worten steht nicht allein China im Visier. Es handele sich um eine weltweite Untersuchung. 

„Stahl ist sowohl für unsere Wirtschaft als auch für unser Militär wichtig. Das ist kein Gebiet, auf dem wir es uns leisten können, von anderen Ländern abhängig zu werden“, sagte Trump. Dies sei „ein historischer Tag für die amerikanische Stahlindustrie“. Das Dekret, was er am Donnerstag unterzeichnete, basiere auf einem Gesetz, das Einfuhrbeschränkungen aus Gründen der nationalen Sicherheit erlaube, erläuterten Regierungsvertreter.

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Beim Stahl könne dies für die Panzerung von Schiffen zutreffen. Handelsminister Wilbur Ross beklagte, dass China inzwischen 26 Prozent des amerikanischen Stahlmarktes beherrsche. Er sei besorgt, dass eine größere Importabhängigkeit die Fähigkeit, schnell auf Anforderungen für die nationale Sicherheit zu reagieren, schwäche.

Sein Ministerium hat für die von Trump angestoßene Untersuchung neun Monate Zeit. Ross sagte aber, er erwarte schon deutlich früher ein Ergebnis. Grundlage für die Maßnahme ist ein Gesetz aus dem Jahr 1962. Wenn das Handelsministerium tatsächlich eine Bedrohung für die nationale Sicherheit nachweist, kann der Präsident das zur Begrenzung von Einfuhren heranziehen. Amerika hat in den 152 Anti-Dumping Verfahren mit Blick auf Stahl angestoßen.

„Wir werden keine Tonne liefern, die mit diesem Zoll belegt sein wird“

Erst kürzlich hatte Amerika europäische Stahlunternehmen aufs Korn genommen. Die Regierung wirft Salzgitter, der Dillinger Hütte und weiteren europäischen Unternehmen Dumpingpreise vor. Salzgitter muss deswegen künftig für Lieferungen von Grobblech Strafzölle von 22,9 Prozent zahlen.

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Konzernchef Fuhrmann hält dagegen: Die Vorwürfe seien absurd. „Wir werden keine Tonne in die USA liefern, die mit diesem Zoll belegt sein wird“, sagte er dem Magazin „Wirtschaftswoche“. Der amerikanische Markt für Großrohre, die aus Grobblech geschmiedet werden, sei ohnehin nicht sehr ergiebig. „Das Thema wird keine Blutspur in unserer Bilanz hinterlassen.“

Die Bundesregierung hat sich hinter die Unternehmen gestellt. Die EU-Kommission wird womöglich Mitte Mai entscheiden, wie sie gegen die Strafzölle vorgeht. Sie könnte den Fall vor die Welthandelsorganisation bringen. Thyssen Krupp-Aktien gingen derweil mit einem Minus von 1,7 Prozent aus dem Handel. Bei Salzgitter betrug der Verlust 0,9 Prozent. Auch die Furcht vor einer sinkenden Nachfrage und einem Stahl-Überangebot in China drücken seit Tagen auf die Stimmung in der Branche. Die Kurse von amerikanischen Stahlproduzenten lagen hingegen im Plus. U.S. Steel stiegen um 5,5 Prozent, AK Steel um 6,7 Prozent.

© AFP, afp Dollar-Strom für Mexikaner droht zu versiegen

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