04.07.2007 · Die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA setzen ihre Warnstreiks vorerst aus. Die Bahn bestätigte, dass sie am Donnerstag ein neues Angebot vorlegen will. Nach der Prüfung des neuen Vorschlags wollen Transnet und GDBA entscheiden, ob die Tarifverhandlungen wieder aufgenommen werden.
Die Gewerkschaften Transnet und GDBA setzen ihre Warnstreiks bei der Deutschen Bahn zunächst aus. An diesem Nachmittag und am frühen Donnerstagmorgen wollen sie auf die Arbeitsniederlegungen verzichten. Dies sagte Transnet-Chef Norbert Hansen nach einem Gespräch mit dem Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn am Mittwoch in Berlin.
Der Bahn-Vorstand bestätigte, dass die Bahn am Donnerstag ein neues Angebot vorlegen will. Bahn-Personalvorstand Margret Suckale erklärte am Mittwoch in Berlin weiter, das Unternehmen erwarte, dass die Gewerkschaften zu einem vernünftigen und moderaten Abschluss bereit seien. Details zu dem Angebot nannte sie nicht. Nach der Prüfung des neuen Vorschlags würden Transnet und GDBA entscheiden, ob die Tarifverhandlungen wieder aufgenommen werden, sagte der Transnet-Verhandlungsführer.
„Das ist eine Unverschämtheit“
Hansen wies den Vorwurf des Bahn-Konzerns zurück, die Gewerkschaften hätten eine Blockade-Haltung eingenommen. „Das ist eine Unverschämtheit“, sagte er. Die Bahn-Mitarbeiter hätten jetzt den Anspruch, nach Jahren des Verzichts angemessen am Ergebnis des Konzerns beteiligt zu werden. Die Gewerkschaften erwarteten ein „deutlich verbessertes Angebot“. Wenn es eine ausreichende Perspektive für den Abschluss der Tarifverhandlungen biete, würden die Streikaktionen ausgesetzt. Wenn das Angebot nicht ausreiche, werde der Arbeitskampf ausgeweitet.
Transnet und GBDA fordern für die rund 134.000 Tarifbeschäftigten unter anderem sieben Prozent mehr Geld. Die Bahn hatte bislang zweimal zwei Prozent über eine Laufzeit von 30 Monaten sowie eine Einmalzahlung angeboten. Ihre Forderungen untermauern die beiden Gewerkschaften seit drei Tagen mit Warnstreiks.
Lokführer wollen Extra-Tarifvertrag
Unabhängig davon wollen die Lokführer einen separaten Tarifvertrag erstreiten. Ihre Gewerkschaft, die GDL, fordert bis zu 31 Prozent mehr Lohn. Vertreter der GDL werden sich am Donnerstag mit Hartmut Mehdorn treffen (siehe dazu auch: Lokführer bekommen eine Extraeinladung). Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hatten die Lokführer am Dienstagmorgen beinahe den gesamten deutschen Schienenverkehr lahmgelegt, indem sie etwa vier Stunden lang in den Ausstand getreten waren. Auch die GDL hat bis Donnerstag ein Aussetzen der Warnstreiks angekündigt.
Nach dem Treffen von Mehdorn mit der Spitze der GDL werde man sehen, ob auch die GDL bereit sei, an den Verhandlungstisch zu kommen, sagte Bahn-Personalvorstand Suckale. Ein gesondertes Angebot für die GDL werde es nicht geben, betonte sie.
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