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Neuer SPD-Chef : Frage an Schulz

Sigmar Gabriel erinnerte auf dem Berliner Sonderparteitag seine Partei daran, dass Unternehmer keine Klassenfeinde sind. Aber was kam vom neuen Parteichef Martin Schulz?

          Was hat Martin Schulz für die Wirtschaft übrig? Was bietet die SPD unter ihrem neuen Vorsitzenden eigentlich den Unternehmern im Land? Das ist die große offene Frage der Sozialdemokraten. Dass sie auf dem Berliner Sonderparteitag überhaupt thematisiert wurde, war Sigmar Gabriel zu verdanken. Der erinnerte seine Partei zum Abschied eindringlich daran, dass Unternehmer nicht die Klassenfeinde seien, auch Manager zur Gesellschaft gehörten und die SPD keine reine Verteilungspartei sei. Gabriel fügte hinzu, dies sage er nicht als ehemaliger Wirtschaftsminister. Es war ein deutlicher Hinweis an den Nachfolger, das Erwirtschaften im Blick zu behalten.

          Schulz griff die Vorlage nicht auf. Unternehmen kommen bei ihm allenfalls vor, wenn sie „engagierte“ Arbeitsplatzlieferanten sind. Zu den Gruppen, die nach Schulz mehr Respekt verdienen, gehören Unternehmer bisher nicht. Doch ist deren privates Gewinnstreben nicht erst dann moralisch, wenn dabei Arbeitsplätze entstehen. Es ist der notwendige Antrieb für ihre Wagnisse, die immer wieder gewaltigen Fortschritt und Wohlstand hervorbringen. Ein Zeichen der Wertschätzung dafür stünde dem neuen SPD-Vorsitzenden gut an.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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