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Neuer Handelssaal Börsenfolklore für das Volk

26.02.2007 ·  Die Parketthändler in Frankfurt haben kaum Einfluss. Trotzdem hat die Börse sechs Millionen Euro in den großen Börsensaal investiert. Um die Privatanleger bei der Stange zu halten, bietet ihnen die Börse ein bisschen Folklore. Von Daniel Mohr.

Von Daniel Mohr
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Die Zeiten, in denen beim Knacken runder Dax-Marken eine Torte mit Wunderkerzen durch den Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse getragen wurde, sind vorbei. Doch die Bilder gestikulierender Händler und die Dax-Anzeigetafel fehlen in kaum einem Börsenbericht aus Frankfurt. Die Börse ist der Parketthandel, und der Parketthandel ist die Börse - zumindest in der Vorstellung der meisten Privatanleger.

Dabei haben die Parketthändler in Frankfurt kaum Einfluss. Die großen Werte werden fast ausschließlich im Computersystem Xetra gehandelt. Lediglich nach 17.30 Uhr, wenn Xetra ruht, laufen die Geschäfte über das Parkett. Ansonsten werden dort überwiegend ausländische Aktien gehandelt sowie sehr kleine deutsche Nebenwerte.

Marketingausgaben

Dennoch bildet das Parkett den Mittelpunkt des deutschen Börsengeschehens. Hier stehen die Fernsehkameras, und hier werden die Fotos für die Zeitungen gemacht. Wie soll man Börse auch sonst visualisieren?

Reto Francioni, der Chef der Deutsche Börse AG, weiß das. Will er die Privatanleger bei der Stange halten, muss er ihnen ein bisschen Folklore bieten. Deswegen hat er nun sechs Millionen Euro in den großen Börsensaal investiert. Zwar beeinflusst der Erfolg des Parketthandels das Geschäftsergebnis seines Unternehmens kaum, die Außenwirkung aber ist immens. So sind die Millionen als Marketingausgaben zu verstehen.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Wirtschaft.

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