02.04.2009 · Die Aufgabe für Rüdiger Grube, den Nachfolger von Hartmut Mehdorn als Bahnchef, ist gewaltig. Denn wer die Bahn leiten will, braucht vor allem Rückgrat - und nach der Absage des Börsengangs eine neue Strategie.
Von Kerstin SchwennEin neuer Trainer übernimmt den Europameister, der gerade die Qualifikation zu den Olympischen Spielen verpasst hat, mit Bleigewichten läuft und sich außerdem gegen Dopingvorwürfe zur Wehr setzen muss. Anders gesagt: Rüdiger Grube, bisher Daimler-Strategievorstand und EADS-Manager, übernimmt von Hartmut Mehdorn die Deutsche Bahn.
Die Aufgabe ist gewaltig. Mehdorn hat für den Konzern gerade glänzende Zahlen vorgelegt. Doch sie verblassen angesichts der Zeichen der Wirtschaftskrise im Güterverkehr. Die Datenaffäre ist mit Mehdorns Rückzug nicht abgeschlossen, das Verhältnis zu den Gewerkschaften ist angeschlagen, das Vertrauen der Mitarbeiter muss Grube neu gewinnen. Hier ist es kein Nachteil, dass er von außen kommt.
Die Sachkunde über den komplexen Konzern muss er sich schnell aneignen, wenn er sich nicht nachsagen lassen will, er sei der falsche Mann. Mehr Geschmeidigkeit im Umgang mit der Politik wird ihm wohl nicht schwerfallen. Aber die Bewegungsfähigkeit darf nicht im Verbiegen enden. Wer die Bahn leiten will, die jetzt viele Krisen bestehen muss, braucht vor allem Rückgrat – und nach der Absage des Börsengangs eine neue Strategie.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,05 | −0,87% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2444 | −0,36% |
| Rohöl Brent Crude | 105,94 $ | −0,85% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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