Nach der Absage von X-Fab hat nun auch der Münchener Halbleiterzulieferer Siltronic seinen Börsengang auf unbestimmte Zeit verschoben. Damit platzt vorerst auch der zweite deutsche Börsengang nach über einem Jahr Emissionsflaute.
Trotz reger Nachfrage habe sich das Unternehmen entschlossen, der jüngst gestiegenen Unsicherheit an den Börsen Rechnung zu tragen, teilte Siltronic mit. Als Grund gab Siltronic die Verunsicherung der Finanzmärkte durch den Terroranschlag von Madrid und die Gewalt im Nahen Osten an.
Analysten überrascht
Die Verschiebung stieß auch bei Experten auf Überraschung. Im Gegensatz zum Erfurter Chiphersteller X-Fab, der im Vorfeld der Emission durch unprofessionelle Vorbereitung auf Kritik gestoßen war, galt Siltronic als ernsthafter Börsenkandidat. „Unser Unternehmen ist bei den Investoren auf großes Interesse gestoßen“, erklärte Siltronic-Chef Wilhelm Sittenthaler. „Aber über die weltpolitischen Ereignisse kann sich auch ein attraktives Unternehmen nicht hinwegsetzen.“
Sittenthaler verwies darauf, daß die Finanzmärkte seit den dem Terroranschlag in der spanischen Hauptstadt am 11. März „durch deutliche Verunsicherung geprägt“ seien. „Zusätzlich verschlechterte sich die Stimmung durch die Gewalteskalation im Nahen Osten“, erklärte das Unternehmen. „Der Dax verlor in den vergangenen 14 Tagen rund acht Prozent, während der technologieorientierte TecDAX im gleichen Zeitraum rund zehn Prozent nachgab.“
Vor allem Investoren im Technologiebereich seien „in diesem volatilen Umfeld äußerst zögerlich“. Daher habe sich das Unternehmen entschlossen, der gestiegenen Unsicherheit an den Börsen Rechnung zu tragen und unseren IPO erst nach einer Beruhigung der Finanzmärkte fortzusetzen“.
Neuer Termin steht noch nicht fest
Der Börsengang werde erst nach einer Beruhigung der Finanzmärkte fortgesetzt. „Wir haben derzeit noch keinen neuen Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Börsengangs", sagte ein Siltronic-Sprecher.
Inklusive Mehrzuteilungsoption hatte die Tochter des Münchener Chemiekonzerns Wacker die Ausgabe von bis zu 57,5 Millionen Aktien geplant, die Erstnotiz war für Freitag vorgesehen.