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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Neue Zahlen der Bundesregierung Privatversicherte müssen deutlich mehr zahlen

 ·  Die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung sind in den vergangenen zehn Jahren jährlich um mehr als 5 Prozent gestiegen. Das ist deutlich mehr, als von den Kassen behauptet. Trotzdem versichert die Branche mehr Kunden als jemals zuvor.

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© dpa Wer privat versichert ist, musste in den vergangenen zehn Jahren immer mehr Beiträge zahlen

Die Private Krankenversicherung (PKV) hat ihre Beitragsprämien nach Angaben der Bundesregierung zwischen 2000 und 2010 durchschnittlich um mehr als 5 Prozent im Jahr angehoben. Eine entsprechende Aufstellung unter Berufung auf Zahlen der Finanzaufsicht Bafin hat das Finanzministerium auf parlamentarische Anfrage der Linken übermittelt. Demnach erreichte die Steigerung bei den „nach Art der Lebensversicherung“ geführten Tarifen mit durchschnittlich 7,27 Prozent 2010 den höchsten Wert, das Jahr davor markierte mit 3,4 Prozent den niedrigsten.

Die Daten widersprechen Angaben des PKV-Verbands. Der hatte am Mittwoch erklärt, im langfristigen Vergleich betrage die jährliche Beitragssteigerung in der PKV knapp 3,3 Prozent. Das sei geringfügig mehr als in der Gesetzlichen Krankenversicherung mit rund 3,1 Prozent.

Marktanteil weiter gewachsen

Doch weist das Ministerium darauf hin, dass die individuellen Steigerungen von der Ausgestaltung der mehr als 5000 Einzeltarife abhingen. Die Ausgaben der PKV stiegen von 2000 bis 2010 demnach im Schnitt um 4 Prozent und damit weniger stark als die Beiträge. In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage stellt die Regierung ferner fest, sie habe keine Kenntnisse darüber, ob PKV-Beiträge für Ruheständler in der Regel „deutlich höher als zuvor“ seien. Versicherer nutzten vielmehr diverse gesetzliche Instrumente, um die Beitragsbelastung im Alter zu begrenzen. Man erwäge auch keine Änderung der Beamten-Krankenversicherung aus Beihilfe und privater Absicherung. Das System habe sich bewährt. Mit 47,5 Prozent stellen die Beamten neben freiwillig Versicherten und Selbständigen den größten Block der PKV-Kunden.

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Starker Beitragsanstieg bei den privaten Krankenkassen © F.A.Z. Starker Beitragsanstieg bei den privaten Krankenkassen

Ungeachtet der Kostendebatte hat die PKV die Zahl ihrer Kunden 2011 weiter ausgeweitet, um 1 Prozent. Sie hat nun 8,98 Millionen Krankenvollversicherten, mit den Zusatzversicherten kommen die 44 Unternehmen auf 31 Millionen Kunden. Alle Spekulationen über angebliche Abwanderungen hätten mit der Wirklichkeit nichts zu tun, kommentierte der Vorsitzende Reinhold Schulte. Der Netto-Neuzugang in der Vollversicherung habe bei 80.800 (Vorjahr 84.700) Personen gelegen. Der Marktanteil sei weiter gewachsen. Inzwischen hätten 11,3 Prozent der Deutschen eine private Krankenversicherung - vor fünf Jahren seien es 10,7 Prozent gewesen. Besonders stark sei die Nachfrage nach Pflegezusatzversicherung. Die Zahl der Verträge sei um 10,8 Prozent auf 1,88 Millionen gestiegen. Die Alterungsrückstellungen summierten sich auf 170 Milliarden Euro.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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