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Neue Studie Deutsche Manager verdienen mittelmäßig

07.07.2011 ·  Die Manager-Gehälter liegen hierzulande zwar über denen Frankreichs - in der Schweiz und den Vereinigten Staaten verdienen Führungskräfte in Spitzenpositionen aber deutlich mehr.

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Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Manager mit ihren Einkünften nur im Mittelfeld, und das obwohl der Wirtschaftsaufschwung den deutschen Top-Managern 2010 üppige Gehaltszuwächse von mehr als 20 Prozent beschert hat. Das geht aus einer am Donnerstag in Frankfurt am Main vorgestellten Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervor. Nach Angabe der Studie liege die Vergütung auf einem mittleren Niveau zwischen Frankreich, wo Vorstände großer Konzerne im Durchschnitt drei Millionen Euro verdienten, und der Schweiz mit Bezügen von 5,3 Millionen Euro, sagte der DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Nach wie vor würden Vorstände in den Vereinigten Staaten mit durchschnittlich zwölf Millionen Euro am höchsten bezahlt. Disney-Chef Robert Iger verdiente laut DSW 2010 sogar rund 21 Millionen Euro.

Obwohl die Manager hierzulande in puncto Gehalt international noch keine Spitzenposition einnehmen, konnten sie von der positiven Konjunkturentwicklung deutlich profitieren. Während die Arbeitnehmerlöhne nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahr brutto nur um 2,2 Prozent zulegten, stiegen die Vergütungen der Vorstandsmitglieder von Dax-Konzernen um fast 22 Prozent. Durchschnittlich verdienten die Vorstandsmitglieder der Dax-Konzerne 2010 demnach rund 2,9 Millionen Euro. Das Gehalt der Konzernchefs belief sich im Mittel auf 4,5 Millionen Euro. Spitzenreiter war der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn mit 9,3 Millionen Euro.

Doch auch die Vorstände kleinerer Unternehmen profitierten von der Konjunkturerholung. Die Vergütung der M-Dax-Vorstände stieg der Studie zufolge um 18 Prozent auf durchschnittlich 1,55 Millionen Euro. Springer-Chef Mathias Döpfner erhielt laut DSW ein geschätztes Jahressalär von 6,605 Millionen Euro. Er liegt damit an der Spitze der M-Dax-Unternehmen, im Dax käme er auf Rang sieben.

Deutlich mehr als an der Spitze wird häufig in der zweiten Reihe verdient

„Die Vorstandsvergütung in den Dax-Unternehmen liegt insgesamt auf einem sehr hohen Niveau“, sagte Hocker und warnte vor neuen Gehaltsrekorden. „Wir sind der Überzeugung, dass Managergehälter über zehn Millionen Euro per anno nicht angemessen sind. Sie können den sozialen Frieden gefährden.“ Gleich vier deutsche Topmanager liegen nach Angaben des DSW mit ihren Vergütungen nur noch knapp unter dieser Marke: Neben Volkswagen-Chef Winterkorn sind dies Josef Ackermann von der Deutschen Bank, Peter Löscher von Siemens und Dieter Zetsche von Daimler. Alle drei Konzernchefs verdienten laut DSW im vergangenen Jahr knapp neun Millionen Euro.

Die Vergütung der Vorstände setzt sich aus variablen Posten wie Boni und einem Fixgehalt zusammen, das bei den Dax-Vorständen um 7,26 Prozent stieg. Deutlich mehr als an der Spitze wird - zumindest in der Finanzbranche - häufig in der zweiten Reihe verdient, und das bereitet Hocker Sorgen. „Es besteht die Gefahr, dass unterhalb dort so gut verdient wird, dass keiner in den Vorstand will“, sagte Hocker.

Aktionärsschützer kritisieren Dominanz kurzfristiger Boni

Kritik übten die Aktionärsschützer an der mangelnden Transparenz einiger Vergütungssysteme. Außerdem seien die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex, die Vergütung stärker an der langfristigen Unternehmensentwicklung auszurichten, bislang weniger stark umgesetzt worden als erhofft. Nach wie vor dominierten die kurzfristigen Boni.

Zwischen den Dax-Konzernen gab es allerdings große Unterschiede in der Bezahlung der Vorstandsmitglieder. Am besten verdienten mit durchschnittlich 6,5 Millionen Euro die Vorstände der Deutschen Bank. Dagegen kassierten ihre Kollegen bei Beiersdorf und der Commerzbank im Durchschnitt weniger als eine Million Euro.

Wie kommt das Jahresgehalt eines Herrn Winterkorn in Höhe von 9,3 Millionen Euro zustande?

Mit einem Jahresgehalt von 9,3 Millionen Euro war der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn im vergangenen Jahr der
bestbezahlte Chef eines DAX-Konzerns. Das entspricht einem Monatsgehalt von 775.000 Euro. So setzt sich die Summe zusammen

Das Festgehalt

Den kleinsten Teil des Gehalts des VW-Chefs macht sein Festgehalt aus. Diese „Grundvergütung“ betrug dem VW-Geschäftsbericht zufolge 2010 „nur“ gut 1,7 Millionen Euro im Jahr oder knapp 142.000 Euro im Monat. Darin enthalten sind auch Sachzuwendungen wie der Dienstwagen oder Versicherungen.

Der Bonus

Viel wichtiger als das Festgehalt sind für das Einkommen des VW-Chefs jedoch die leistungsabhängigen Boni. Sie richten sich nach der Geschäftsentwicklung der vorangegangenen zwei Jahre und summierten sich für Winterkorn 2010 auf einen Betrag von 4,8 Millionen Euro - oder 400.000 Euro pro Monat.

Der Langzeitanreiz

Ergänzt werden diese Boni neuerdings noch durch ein Langzeit-Anreiz-Programm (Long Term Incentive), bei dem die Entwicklung der vier vorangegangenen Geschäftsjahre bewertet werden soll. Hier fließen nicht nur die wirtschaftlichen Faktoren ein. Auch die Kunden- und die Mitarbeiterzufriedenheit werden berücksichtigt. Aus diesem Topf kassierte Winterkorn 2010 noch einmal 2,8 Millionen Euro - oder gut 230.000 Euro monatlich.

Der Rentenanspruch

Zusätzlich zum 9,3-Millionen-Euro-Jahresgehalt legte der VW-Konzern im vergangenen Jahr rund 900.000 Euro für die Pensionsansprüche Winterkorns zurück. Insgesamt beliefen sich die Pensionsverpflichtungen des Unternehmens gegenüber dem Manager Ende 2010 auf knapp 17,9 Millionen Euro.

Grund

VW-Vorstandsmitglieder haben nach dem Ausscheiden aus dem Gremium spätestens mit Vollendung des 63. Lebensjahres Anspruch auf ein Ruhegehalt. Es liegt je nach Dauer der Unternehmenszugehörigkeit zwischen 50 und 70 Prozent des fixen Grundgehalts. Winterkorns Pensionsanspruch dürfte damit bei rund einer Million Euro im Jahr liegen. Außerdem steht ihm auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt weiterhin ein Dienstwagen zu.

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