http://www.faz.net/-gqe-75qgw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.01.2013, 10:39 Uhr

Neue Serie - FAZ.NET-Infografik Milliarden auf den Firmenkonten

Amerikas Unternehmen haben Milliarden Dollar auf ihren Konten. Was sie flüssig haben, würde für manchen deutschen Großkonzern reichen. Die erste Folge einer neuen Infografikserie.

von Johannes Thielen
© F.A.Z. Gegen die flüssigen Kapitalmittel von Apple und Co wirken die Marktwerte der Dax-Unternehmen wie kleine Fische

Einst lästerte halb Deutschland: Siemens sei kein Industriekonzern, sondern eine Bank mit einigen Fabriken. Heute ist das anders. Heute könnte Siemens von einem Unternehmen geschluckt werden, das seinerseits fast zur Bank geworden ist: Apple. Was der amerikanische Technologie-Konzern flüssig hat, reichte zum letzten Bilanzstichtag für den kompletten Börsenwert von Deutschlands wertvollstem Industriekonzern. Ein tatsächliches Übernahme-Angebot würde zwar vermutlich den Siemens-Kurs in die Höhe treiben. Doch wenn Siemens dann zu teuer würde - für Daimler oder die Allianz würde es wahrscheinlich immer noch reichen.

Unsere Auswertung ist Teil einer neuen Grafikserie, mit der FAZ.NET künftig regelmäßig abstrakte Zahlen deutlicher fassen wird. In diesem Fall den Trend zum prallen Firmenkonto. Apple, Microsoft, General Electric und viele andere amerikanische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren Milliarden an Dollar eingenommen und sie weder investiert noch an die Aktionäre ausgeschüttet, sondern schlicht auf den eigenen Konten und Depots liegen lassen.

Warum die Firmen so viel Geld haben

Das hat mehrere Gründe: Die Gewinne waren in vielen Fällen hoch, gleichzeitig hatten die Unternehmen nicht immer gute Ideen, um so viel Geld sinnvoll neu zu investieren. Und sie wollten sich nach den Erfahrungen der Finanzkrise unabhängiger von den Banken machen. Damals hatten viele Firmen plötzlich keine Kredite mehr bekommen, als sie sie brauchten. Deshalb lassen jetzt mehr Unternehmen Geld auf ihren Konten, damit sie im richtigen Moment auch ohne Bankkredit flüssig sind.

Mehr zum Thema

In diesen Tagen beginnt die nächste Bilanzsaison, wenn die Unternehmen ihre Geschäftszahlen zum 31. Dezember vorlegen. Dann wird deutlich, ob die Geldbestände noch weiter gewachsen sind, seit die Firmen zum 30. September zuletzt ihre Bestände an Geld und marktfähigen Wertpapieren veröffentlichten.

Quelle: FAZ.net / Text: bern.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Chance in Zukunftstechnologie China will Tesla mit eigenen Elektroautos angreifen

Chinas Internetgiganten denken nicht daran, den Amerikanern den E-Auto-Markt zu überlassen. Jetzt hat der Tencent-Konzern das Elektro-Entwicklungsteam eines etablierten Autoherstellers abgeworben – mit Sitz in München. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

20.04.2016, 07:20 Uhr | Finanzen
Umsatzrückgang Apple verkauft erstmals weniger iPhones

Der Technologieriese Apple hat zum ersten Mal seit Einführung des iPhones 2007 weniger Geräte verkauft. Das erfolgsverwöhnte Unternehmen aus Kalifornien verzeichnete zudem den ersten Umsatzrückgang seit mehr als zehn Jahren. Mehr

27.04.2016, 10:51 Uhr | Wirtschaft
Umsatzrückgang bei Apple Ein Gigant wird träge

Zäsur für Apple: Erstmals seit 2003 fallen die Umsätze des Elektronikkonzerns, und eine Trendwende ist nicht absehbar. Das iPhone ist bei weitem nicht die einzige Schwachstelle. Mehr Von Roland Lindner, New York

27.04.2016, 04:03 Uhr | Wirtschaft
Video Deutsche Firmen hoffen auf iranischen Markt

Nach dem Ende der internationalen Sanktionen gegen den Iran stehen viele deutsche Firmen in den Startlöchern – verspricht das Land doch gute Geschäfte. Mehr

18.04.2016, 11:29 Uhr | Wirtschaft
Kleingeld-Strategie Goldman Sachs bietet Sparkonten für Kleinsparer

Die Zeiten von Goldman Sachs als exklusive Investmentbank sind vorbei. Mittlerweile gibt es in Amerika auch Konten für Kleinsparer - mit guten Konditionen. Mehr

25.04.2016, 10:24 Uhr | Finanzen

Immer die Deutschen

Von Holger Steltzner

Mario Draghi gibt den Deutschen eine Mitschuld an den Nullzinsen. Besser wäre es, die EZB würde eine andere Frage stellen. Mehr 10 46


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

IWF-Ausblick Warum die Ungleichheit in Asien steigt

Die Ungleichheit der Einkommen steigt in Asien schneller und ist größer als im Rest der Welt. Das analysiert der Internationale Währungsfonds. Ist das ein Problem? Mehr Von Patrick Welter, Tokio 7 13

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“