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Veröffentlicht: 11.01.2017, 07:51 Uhr

Zukunftsforscher „Bald gibt es fliegende Autos“


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Denken Sie an Carsharing?

So ähnlich. Schon jetzt erkennen ja viele, wie wenig es sich lohnt, ein eigenes Auto zu haben. Das Auto eines durchschnittlichen Stadtbewohners steht 95 Prozent seiner Lebenszeit einfach nur nutzlos herum. Welche andere Investition mit so wenig Nutzen leisten wir uns? Ich glaube, es wird in Zukunft Abo-Modelle für die persönliche Mobilität geben, und wann immer man als Abonnent ein Auto braucht, kommt es um die Ecke gefahren. Das ist die Zukunft von Carsharing-Modellen.

44107963 © Allstar/Gaumont Vergrößern Fliegende Autos sind in Hollywood schon Wirklichkeit: Filmszene aus dem Film „Das fünfte Element“ aus dem Jahr 1997

Braucht man dann überhaupt noch den öffentlichen Nahverkehr?

Ja, aber ganz anders als heute. Auf den U-Bahn-Schienen könnten zum Beispiel viele kleinere Fahrzeuge mit zwei, vier oder zehn Sitzen unterwegs sein, auf den Straßen kleine Busse mit situativ entstehenden Routen. Aber wo wird sich in den kommenden Jahren eine Regierung trauen, eine Stadt komplett umzubauen – außer vielleicht in China?

Gegenfrage: Wer wird die ersten fliegenden Autos, die Sie vorhersagen, herstellen und genehmigen?

Wir müssen diese Fluggeräte nur ein bisschen anders nennen, und schon ist das keine ferne Zukunftsmusik mehr. Uber und Airbus arbeiten an Drohnen für den Personenverkehr. Sind das dann nicht autonom fliegende Autos? Sie haben zwei enorme Vorteile gegenüber autonom fahrenden Autos. Erstens sind wir es von Flugzeugen schon gewohnt, dass sie die meiste Zeit vom Autopiloten gesteuert werden. Und zweitens ist die Infrastruktur für sie schon vorhanden, sie fliegen ja in der Luft und brauchen keine Straßen.

Wird es nicht viele Unfälle geben, wenn der Himmel voller Drohnen ist?

Nur dann, wenn es keine vernünftige Regulierung gibt. Wir brauchen ein gemeinsames Steuerungssystem, an das sich alle Drohnenhersteller halten, und dafür müssten die Politiker jetzt Dampf machen. Aber ich fürchte, die meisten werden erst aufwachen, wenn sich zu Weihnachten jeder seine eigene kleine Hobby-Drohne gekauft hat und sie danach wild herumfliegen lässt. Dann wird es ein Verbot geben – was dazu führen wird, dass noch mehr Leute ihre eigene Drohne haben wollen.

Dann muss man eben hart durchgreifen und das Verbot durchsetzen.

Das wäre schade, weil wir damit auch viele Chancen verpassen würden. Batteriebetriebene Drohnen könnten in den Städten viele Aufgaben übernehmen, vom sehr schnellen Personentransport bis zur Müllabfuhr.

Wer soll dafür sorgen, dass das nicht im Chaos endet?

Ich sehe dafür die Städte in der Schlüsselrolle. Sie müssen in der Zukunft den Verkehr innerhalb der Stadtgrenzen kontrollieren. Das gilt für Drohnen genauso wie für selbstfahrende Autos.

Sollen wir an der Stadtgrenze die Hände vom Steuer nehmen, übernimmt dann der Oberbürgermeister?

Genau. Denken Sie an Science-Fiction-Filme, in denen sich kleinere Raumschiffe von einem Traktorstrahl führen lassen müssen, sobald sie in die Nähe einer großen Raumstation kommen. Die Großstädte sind unsere Raumstationen, sie sollten die Algorithmen festlegen, nach denen der Verkehr innerhalb ihrer Grenzen fließt.

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