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Veröffentlicht: 23.05.2017, 22:26 Uhr

Umfrage Wie die Deutschen zum autonomen Fahren stehen

Eine Umfrage des TÜV Rheinland zeigt, ob sich die Deutschen einem ausschließlich computergesteuerten Fahrzeug anvertrauen würden. Frauen und ältere Menschen sind besonders skeptisch.

von , Düsseldorf
© Wissenschaft im Dialog Die Diskussion zum Nachschauen: Debatte über autonomes Fahren

Die meisten Deutschen würden sich einem computergesteuerten Auto anvertrauen. Immerhin drei von vier Autofahrern können sich vorstellen, dass der Fahrzeugrechner das Lenkrad übernimmt. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, deren Ergebnisse der TÜV Rheinland am Montag in Köln vorstellte. Dabei gilt: Je jünger die Befragten und je mehr Kilometer sie zurücklegen, desto eher würden sie sich chauffieren lassen, statt selbst zu steuern. Am höchsten ist die Zustimmung mit mehr als 86 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen.

Helmut  Bünder Folgen:

Die Umfrage offenbart aber auch einen gewissen Widerspruch: Obwohl sich die große Mehrheit der Befragten auf den Fahrzeugrechner verlassen würde, ist nur knapp die Hälfte davon überzeugt, dass die Industrie sichere und zuverlässige autonom fahrende Autos auf den Markt bringen wird. Frauen und ältere Menschen sind besonders skeptisch, während sich vor allem die Fahrer von Oberklasse-Autos zuversichtlich äußern.

Angst vor Hackern

Die Restzweifel an der technischen Zuverlässigkeit sind Wasser auf die Mühlen des TÜV. Für potentielle Kunden solch hochautomatisierter Fahrzeuge sei es besonders wichtig, dass unabhängige Prüfeinrichtungen bei Fahrzeugtests und der technischen Überwachung einbezogen würden. Den deutschen Premiumherstellern Mercedes, BMW und Audi trauen die meisten Befragten noch am ehesten zu, die Technik im Griff zu haben. Aber schon auf Platz vier kommt mit knapp 10 Prozent Tesla, noch vor Volkswagen.

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Bundestag und Bundesrat haben vor wenigen Tagen einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die wichtigsten Rechtsfragen rund um das computergesteuerte Auto regeln soll. Dennoch bereiten etwa die Schuldfrage und die Haftung bei Unfällen immer noch Bauchschmerzen. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben zu Protokoll, dass sie auf diesem Feld große Schwierigkeiten erwarten.

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Und die Studie bringt auch Sorgen ganz neuer Art zutage: die Angst, dass Hacker das Steuer übernehmen und die beim Fahren erhobenen Daten in falsche Hände geraten. Das „System TÜV“ sei beim autonomen Fahren deshalb dreifach gefordert: für die Straßenzulassung neuer Fahrzeugtypen, die regelmäßige Hauptuntersuchung und den Datenschutz, sagte Matthias Schubert vom TÜV Rheinland.

Die Prüforganisation sieht sich auf diesem Feld durch die Umfrageergebnisse bestätigt. Demnach würden mehr als zwei Drittel der Befragten ihre vom Fahrzeug gespeicherten und gesendeten Daten neutralen Prüforganisationen anvertrauen. Die Autohersteller rangieren bei dieser Frage mit knapp 60 Prozent auf Rang zwei. Wenig Vertrauen genießen IT- und Softwareunternehmen (46 Prozent), Internetanbieter wie Google oder Apple (gut 36 Prozent) sowie Telekommunikationsunternehmen (34 Prozent), ohne deren Dienste die Steuerung der Fahrzeuge allerdings undenkbar ist.

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