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Veröffentlicht: 19.10.2015, 17:38 Uhr

Stromtankstellen Spannung an der Autobahn

Der Raststättenbetreiber Tank & Rast baut das Steckdosen-Netz für Elektroautos an Autobahnen aus. Im kommenden Jahr werden knapp 50 Standorte mit Ladesäulen ausgerüstet.

von
© dpa 15 Minuten Ladezeit für 100 Kilometer

Langstreckenfahrten mit dem Elektroauto sind ein kleines Abenteuer, weil immer noch ein flächendeckendes Netz von Ladestationen fehlt. Entlang der deutschen Autobahnen sorgen nun der Stromkonzern RWE und der Bonner Raststättenbetreiber Tank & Rast für (Ent-)Spannung. Im ersten Schritt rüstet RWE bis April kommenden Jahres 49 Autobahnraststätten mit jeweils einer Schnellladesäule aus, an der parallel zwei Fahrzeuge Strom aufnehmen können.

Helmut  Bünder Folgen:

Je nach Fahrzeugmodell soll eine Viertelstunde Ladezeit für eine Reichweite von rund 100 Kilometern ausreichen. Den Strom gibt es anfangs gratis; was er nach der Einführungsphase kosten soll, ist noch offen. Insgesamt will Tank & Rast rund 400 Standorte mit den Stromtankstellen bestücken. Im Schnitt wäre dann etwa alle 30 Kilometer eine Ladesäule verfügbar. Ob RWE auch die Folgeaufträge bekommt, muss sich in den kommenden Ausschreibungen zeigen.

Chancen hat das Essener Unternehmen sicherlich, weil es in Deutschland der führende Anbieter von Ladestationen ist und seit langem mit Tank & Rast kooperiert. Vor vier Jahren hatten die beiden Unternehmen die ersten Stromtankstellen an den Autobahnen A1 und A2 in Betrieb genommen.

Bislang gibt es rund 4000 Stromtanksäulen in Deutschland

Von den hierzulande insgesamt rund 4000 Stromtanksäulen werden nach Angaben einer Sprecherin rund drei Viertel von RWE betrieben. Davon seien 1800 frei zugänglich, die übrigen befänden sich auf Firmen- und Behördenparkplätzen, wo sie aber teilweise ebenfalls von Dritten genutzt werden könnten. Allein in Berlin betreibt RWE rund 270 Ladepunkte, teils in Kooperation mit Autoherstellern. Die Spreemetropole ist die deutsche Stadt mit der höchsten Dichte an Elektroautos. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Stromer auf der Straße zu haben. Davon ist man allerdings noch weit entfernt. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie waren im Frühjahr rund 25000 E-Autos in Deutschland unterwegs. Mit Initiativen wie dem Schnellladenetz an den Autobahnen werde es gelingen, mehr E-Autos an den Mann zu bringen, sagte der zuständige RWE-Manager Norbert Verweyen.

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Für den durch Energiewende und Atomausstieg angeschlagenen Konzern könnte sich die Elektrifizierung des Autoverkehrs perspektivisch zu einem neuen Geschäftsfeld entwickeln. „Wir verdienen damit von Anfang an Geld“, sagte eine Sprecherin. Die Elektromobilität ist einer jener Hoffnungsträger, die helfen sollen, wegbrechende Einnahmen aus dem traditionellen Kraftwerksgeschäft auszugleichen. Auch in den Niederlanden, Dänemark und anderen europäischen Ländern bietet RWE seine Ladeinfrastruktur an und übernimmt auf Wunsch zusätzlich die Wartung und die Abrechnung der Stationen. Der Strom kommt in Deutschland meistens von einem Regionalversorger. Dafür haben sich rund 90 Stadtwerke mit RWE zu einem Verbund für die Elektromobilität zusammengeschlossen.

„Signalwirkung“ entfalte ein gerade abgeschlossenes Projekt mit Aldi Süd. Der Discounter hat auf seinen Kundenparkplätzen knapp 50 für die Nutzer kostenfreie RWE-Ladestationen installiert. Nach Angaben der Sprecherin haben weitere Handelsketten bei RWE angeklopft.

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