http://www.faz.net/-gqe-8k74i

Lungenembolie am Lenkrad : Mit dem Autopiloten ins Krankenhaus

  • Aktualisiert am

Auch bei aktiviertem Autopilot sollen laut Tesla stets beide Hände am Lenkrad sein. Bild: dpa

Ein Mann ist in seinem Tesla auf dem Weg nach Hause, als er einen stechenden Schmerz in der Brust spürt. Rechts ran fährt er trotzdem nicht.

          Mit seinem Fahrassistenzsystem hatte der Elektroautobauer Tesla in letzter Zeit wenig Freude. Im Mai war ein Fahrer mit seinem Modell S tödlich verunglückt, weil der eingeschaltete Autopilot einen Lastwagen auf einer Kreuzung übersehen hatte. Kurz darauf gab es einen zweiten Unfall, diesmal war der Geländewagen Tesla X verwickelt.

          Das deutsche Verkehrsministerium ordnete daraufhin eine Prüfung des Autopilotsystems an. Jetzt aber hat das System einem Mann womöglich sogar das Leben gerettet.

          Wie die BBC berichtet, war der Rechtsanwalt Joshua Neally im amerikanischen Bundesstaat Missouri gerade auf dem Weg nach Hause in seinem Modell X, als er einen stechenden Schmerz in der Brust spürte. Anstatt nun rechts ran zu fahren und den Notarzt zu rufen, kam Neally allerdings auf eine andere Idee:

          Er aktivierte den Autopilot des Wagens und fuhr mit dessen Hilfe die rund 32 Kilometer bis zum nächsten Krankenhaus.  Der Schmerz in der Brust stellte sich dort als Lungenembolie heraus. Er habe Glück gehabt, die Fahrt überhaupt überlebt zu haben, gaben die behandelnden Ärzte zu Protokoll.

          An die Fahrt ins Krankenhaus erinnere er sich kaum, sagte Neally später dem amerikanischen Online-Magazin „Slate“. Eingeparkt habe er aber selbständig. Für Neally hat die Autopilot-Funktion das Potential, Leben im Straßenverkehr zu retten. Ohne sie hätte er möglicherweise die Kontrolle über sein Auto verloren. Trotzdem konstatiert er: In seinem Fall wäre es wohl vernünftiger gewesen, anzuhalten und den Notarzt zu rufen.

          Was tun, wenn ein Unfall unvermeidbar ist?

          Das MIT Media Laboratory wirft derweil eine ganz andere Frage hinsichtlich automatisiertem Fahren auf: Wie soll mein Fahrzeug reagieren, wenn ein Unfall nicht mehr zu vermeiden ist? In dem Tool „moral machine“ muss der Benutzer  auf der Webseite der Fakultät  diese Entscheidung über Leben und Tod durchdenken.

          13 Szenarien bekommt man pro Durchgang vorgesetzt, in denen man abwägen muss, ob man lieber sich selbst am Steuer des Fahrzeugs rettet, eine Frau, die verbotenerweise bei Rot die Straße kreuzt, überfährt oder etwa einen Mann, der bei Grün darüber läuft.

          Die Entscheidungen werden am Ende für die Forschungsarbeit des Media Labs anonymisiert dokumentiert. Obendrein bekommt der Nutzer einer Statistik angezeigt, wo er sehen kann, wie viele Menschen er überfahren hätte - und wie er damit im Durchschnitt dasteht.

          Quelle: bfch.

          Weitere Themen

          Schwerer Unfall im Gotthardtunnel Video-Seite öffnen

          Schweiz : Schwerer Unfall im Gotthardtunnel

          Bei einem schweren Unfall im Gotthardtunnel in der Schweiz sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Der knapp 17 Kilometer lange Tunnel musste für Stunden gesperrt werden.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Zweite Chance für die GroKo : Zwischen gestern und morgen

          Diese Woche traf sich der CDU-Bundesvorstand zur Besprechung der Wahlanalysen und zur Klärung der Frage, wie man der SPD begegnen solle. Es wurde deutlich: Für eine große Koalition gibt es noch allerhand Unwägbarkeiten.

          Heinz-Christian Strache : Mit anstößigen Sprüchen nach oben

          Seit 2005 führt er die rechte FPÖ, in der neuen österreichischen Regierung wird er Vizekanzler. In seiner Jugend verkehrte Strache mit Neonazis. Ein Porträt.
          Das amerikanische Verteidigungsministerium Pentagon (Archivaufnahme von 2008)

          Verteidigungsministerium : Das Pentagon forschte jahrelang nach UFOs

          Über Jahre wurden Millionen-Aufwendungen für das „Programm zur Identifizierung von Bedrohungen im Luft-und Weltraum“ im Verteidigungshaushalt versteckt. Doch auch nach Ablauf des Programms verfolgten Mitarbeiter Berichte über UFOs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.