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Kommentar : Diesel in der Nische

Hat der Diesel eine Zukunft? Die Kalkulation fällt schnell zu Ungunsten der Antriebsart aus, wenn ihn die Regulierung oder die Debatte über Fahrverbote weiter in Verruf bringen.

          Die Ansage des Volvo-Chefs Hakan Samuelsson ist in ihrer Eindeutigkeit bemerkenswert. Für den schwedischen Autohersteller werde es sich – Stand heute – nicht mehr lohnen, Geld in eine neue Generation von Dieselmotoren zu stecken, sagt Samuelson. So deutlich hat das bisher kein Branchenvertreter geäußert. Samuelssons Kollegen sprechen offiziell lieber darüber, den Dieselmotor weiterzuentwickeln, auf dass er die derzeit stark kritisierten Emissionen von gesundheitsschädlichen Stickoxiden in den Griff bekommt.

          Bisher war der Diesel für Autohersteller wie auch für Zulieferer eine Brückentechnik, die bis ins übernächste Jahrzehnt reichen sollte. Jetzt ist zu vermuten, dass auch Vorstandsvorsitzende und Produktionsvorstände anderer Hersteller begonnen haben, eine kühle Kosten-Nutzen-Rechnung aufzumachen. Die Kalkulation fällt schnell zu Ungunsten des Diesels aus, wenn die Regulierung oder die Debatte über Fahrverbote dafür sorgen, dass der Antrieb wegen seiner Stickoxid-Emissionen weiter in Verruf gerät und Kunden ihn meiden, was die Entwicklung der jüngsten Neuzulassungszahlen nahelegt.

          Die Folge wird sein, dass der Diesel wieder das wird, was er bis in die siebziger Jahre einmal war: eine Nischen-Antriebsart. Ob sich so die ehrgeizigen europäischen Klimaschutzziele in Sachen Kohlenstoffdioxid erreichen lassen, ist damit aber völlig offen.

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