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F.A.Z. exklusiv : Elektroprämie liegt hinter der Abwrackprämie zurück

Ein Elektroauto an der Ladesäule Bild: dpa

Die Anträge auf den staatlichen Zuschuss für Elektroautos kommen nur schleppend voran. Der Fördertopf reicht noch lange aus, sagt die zuständige Bundesbehörde – und nennt auch Gründe dafür.

          An die Abwrackprämie denken sie in Eschborn gern zurück. Im dortigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) kamen die Mitarbeiter vor acht Jahren kaum mit dem Andrang auf das umstrittene Staatsgeld zur Verschrottung des eigenen Autos mit, über deren Anträge sie zu entscheiden hatten. Ganz anders sieht es heute für die Elektroprämie aus: Nach dem Start vor einem Jahr wurde der Zuschuss von bis zu 4000 Euro für den Kauf eines Elektroautos bislang 23.024 Mal beantragt. Das geht aus der Jahresbilanz zum Umweltbonus für die Elektromobilität hervor, den das Bundesamt am Mittwoch herausgibt und der FAZ.NET vorab vorliegt.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Aus dem Fördertopf von 1,2 Milliarden Euro, den Staat und Autohersteller jeweils zur Hälfte bestreiten, sind in einem Jahr etwa 82 Millionen Euro und damit weniger als 7 Prozent verbraucht. Mehr als 300.000 Förderungen sind bis zum Sommer 2019 insgesamt möglich. „Die restlichen Mittel werden ausreichen“, sagte Bafa-Präsident Andreas Obersteller im Gespräch mit FAZ.NET. Seine Behörde wickelt die Umweltbonus genannte Förderung zum Kauf von Elektroautos ab – wie auch die Abwrackprämie im Jahr 2009. Allerdings war die Summe von insgesamt 5 Milliarden Euro für die Abwrackprämie nach einem halben Jahr vergeben.

          Mehr Anträge im Juli

          Die Bundesregierung hat sich mittlerweile vom Ziel verabschiedet, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge hierzulande auf den Straßen zu haben. Nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte das eigentlich mit der Elektroprämie möglich werden. „Das war ein sehr ambitioniertes Ziel“, sagte Obersteller. „Weil es am Anfang so zögerlich voranging, werden die Ziele vermutlich nicht erreicht werden.“ Er führt dazu verschiedene Punkte an: Der Preis der Elektrofahrzeuge sei immer noch hoch, die Ladeinfrastruktur in Deutschland nicht ausreichend gegeben und die Reichweiten der Autos zu gering. Im Bundesverkehrsministerium ist jetzt ein weiteres Programm angesiedelt, um die Ladestationen für Elektroautos auszubauen. „Es wäre gut, solche Dinge aus einer Hand zu erledigen“, sagte Obersteller.

          Dennoch spricht der Präsident der Bundesbehörde von einer Belebung der Anträge. Im Monat Juli sind 2397 Anträge hinzugekommen: Davor waren es etwa 2600 Anträge im Monat von März bis Mai. Zuvor waren es hingegen immer weniger als 1900 Anträge im Monat. Nach dem Start am 2. Juli des vergangenen Jahres. Der Bafa-Präsident fordert Städte und Gemeinden auf, mehr Ladestationen vor Ort zu ermöglichen. Auch auf dem eigenen Gelände räumt die Behörde Platz für zwei Ladestationen, die öffentlich zugänglich sein sollen.

          Hoffen auf die Post

          Die Abwrackprämie hieß zwar offiziell Umweltprämie und die Elektroprämie nennt sich Umweltbonus. Doch die Hilfe für die Umwelt bleibt fraglich. In der Kritik stehen beide Subventionen als staatliches Geschenk an die Autoindustrie. Mit der Abwrackprämie stiegen die Verkaufszahlen zunächst im Jahr 2009 an, aber danach gingen der Absatz deutlich zurück – vermutlich haben viele Prämiennutzer geplante Autokäufe vorgezogen. Gebrauchtwagenhändler schimpfen darüber, dass viele Wagen verschrottet wurden, die mehr als die Abwrackprämie von 2500 Euro wert waren. Die Elektroprämie wird nach den Zahlen bisher kaum genutzt. Profiteur davon ist vor allem der Autohersteller BMW mit 5927 Anträge vor Renault (3674 Anträge), Audi (3087 Anträge), Volkswagen (2420) und Mitsubishi (1556).

          Nun wird die Elektroprämie nur gering nachgefragt: Insgesamt liegen nun 13083 Anträge für Elektroautos vor. Deren Käufer können eine Vergünstigung von 4000 Euro erhalten, während es für Hybridfahrzeuge 3000 Euro gibt und hierzu 9937 Anträge vorliegen. Der Wagen darf nicht mehr als 60.000 Euro im Basispreis kosten. Die Hälfte der Fördersumme zahlt der Staat über das Bafa aus, sofern der Autohersteller mindestens den gleichen Anteil als Rabatt gewährt. Die meisten Anträge stammen aus Bayern (5147), Baden-Württemberg (4566), Nordrhein-Westfalen (4302), Niedersachsen (1990) und Hessen (1876). Selten werden diese in Bremen (122 Anträge), in Mecklenburg-Vorpommern (170), im Saarland (226), in Sachsen-Anhalt (333) und in Brandenburg (377) gestellt.

          Mit 12.438 Anträgen von Unternehmen kommt der Wunsch nach Subventionen überwiegend aus den Betrieben, die ihren Fuhrpark umrüsten. Privatpersonen haben 10.150 Anträge gestellt. Hoffnung macht dem Bundesamt auch, dass die Deutsche Post 100.000 Elektrofahrzeuge aus eigener Produktion herstellen könnte. Dann wären die bisherigen Anträge mit einem Schlag vervielfacht – so wenig kommt die Elektroprämie bisher voran.

          Quelle: FAZ.NET

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