Home
http://www.faz.net/-gqe-71y0i
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Neue Daten Kräftiger Rückschlag für den Außenhandel

 ·  Die Außenhandelszahlen lassen in Deutschland regelmäßig die Analysten jubeln. Doch jetzt macht sich die Eurokrise auch an dieser Stelle bemerkbar: Der Außenhandel hat im Juni einen unerwartet kräftigen Dämpfer erlitten.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

Der deutsche Außenhandel hat im Juni einen unerwartet kräftigen Rückschlag erlitten: Nach einem starken Mai seien sowohl die Exporte als auch die Importe deutlich gesunken. Die Ausfuhren seien im Monatsvergleich kalender- und saisonbereinigt um 1,5 Prozent abgerutscht, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden nach vorläufigen Daten mitteilte. Volkswirte hatten zuvor nur einen Rückgang um 1,3 Prozent erwartet.

Die Einfuhren hätten im Juni mit 3,0 Prozent noch kräftiger nachgegeben, hieß es weiter. Hier lag die Erwartung der Experten bei einem Rückgang um nur 2,0 Prozent. Im Mai waren die Exporte noch um 4,2 Prozent gestiegen, die Importe um 6,2 Prozent. Während die Exporte in die Eurozone um 3,0 Prozent sanken, zogen sie in Drittländer kräftig um 19,8 Prozent an.

Im ersten Halbjahr stiegen die Ausfuhren um 4,8 Prozent auf 550,4 Milliarden Euro. Trotz der Delle im Juni bleiben die deutschen Exportunternehmen weiter auf Rekordkurs - auch wenn das Wachstum weniger stark ausfallen dürfte als zu Jahresbeginn erwartet.

Erst gestern waren wenig erfreuliche Daten zum Auftragseingang in Deutschland publik geworden. Die Bestellungen gingen im Juni um 1,7 Prozent zurück. Dies war der größte Rückgang seit November.

Der Außenhandelsverbands BGA rechnet für 2012 insgesamt mit einem Plus von gut vier Prozent gegenüber dem vergangenen Rekordjahr. „Das wäre ein gutes Ergebnis angesichts der hohen Basis des Vorjahres“, sagte BGA- Präsident Anton Börner der „Südwest Presse“ (Mittwochausgabe). Zu Jahresbeginn hatte der Außenhandelsverband allerdings noch ein Exportplus von sechs Prozent erwartet.

„Tendenziell wird die Nachfrage sinken“

Zu den Zahlen sagte der Analyst Jürgen Michels von der Citigroup: „Das ist eine Korrektur des sehr starken Anstiegs im Mai. Tendenziell wird die Nachfrage in den kommenden Monaten sinken - vor allem die
aus den Euro-Ländern. Wir gehen aber davon aus, dass die Exporte in diesem Jahr trotzdem wachsen werden.“ Dies werde vor allem wegen der robusten Nachfrage außerhalb Europas der Fall sein.

Wenig dramatisch sieht auch Stefan Kipar von der Bayern LB die Daten: „Nach einem sehr positiven Wert im Mai war ein Rückgang erwartet worden. Das liegt im Rahmen und ist kein Beinbruch“, sagte er. Der Export sei nach wie vor solide.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Alles auf Anfang in der Werbung

Von Julia Löhr

Mit neuer Technik soll Werbung nun endlich die Verbraucher erreichen, zu deren Interessen sie wirklich passt. Aber wenn die Branche es tatsächlich ernst meint mit dem Neuanfang, dann sollte sie damit am besten in den Personalabteilungen beginnen. Mehr 2


Wichtigste Werte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --