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Yahoo-Übernahme vor der Entscheidung Microsoft verschärft seine Drohungen

25.04.2008 ·  Es gibt nicht mehr Geld - das ist der Tenor, den die Softwarefirma Microsoft im Poker um die Übernahme des Internet-Konzerns Yahoo derzeit anschlägt. Jetzt steht das Wochenende der Entscheidung an. Sollte es nicht zu einer Einigung mit dem Management kommen, will Microsoft Yahoo entweder feindlich übernehmen oder seine Offerte zurückziehen.

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Im Übernahmepoker um den Internet-Konzern Yahoo hat der Softwareriese Microsoft kurz vor Ablauf seines Ultimatums eine Erhöhung des milliardenschweren Angebots erneut ausgeschlossen. Sollte bis zu diesem Wochenende keine Einigung mit dem Management von Yahoo gelingen, werde sich Microsoft entweder in einer feindlichen Übernahme direkt an die Aktionäre wenden oder aber seine Offerte zurückziehen, bekräftigte Microsoft-Finanzchef Chris Liddell. Die Forderungen von Yahoo nach einer höheren Offerte beruhten auf „unrealistischen Erwartungen“.

Microsoft kündigte nach einem wegen Sondereffekten bereits erwarteten Gewinnrückgangs im vergangenen Quartal für das im Juli beginnende neue Geschäftsjahr ein kräftiges Ergebnisplus von rund 15 Prozent an. Die amerikanische Konjunkturkrise habe sich bisher nicht wesentlich auf das Geschäft ausgewirkt, sagte Liddell in einer Telefonkonferenz am Donnerstagabend. Rund zwei Drittel des Umsatzes erzielt der weltgrößte Softwarekonzern außerhalb der Vereinigten Staaten.

Die Wall Street rechnet mit erfolgreicher Übernahme

Microsofts Überschuss sank von Januar bis März um rund 11 Prozent auf 4,39 Milliarden Dollar (2,80 Milliarden Euro). Der Umsatz erhöhte sich nur leicht auf 14,45 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal hatten jedoch Sondereffekte beim Verkauf des neuen Betriebssystems Windows Vista die Erlöse nach oben getrieben. Um diese bereinigt stieg der Gewinn um 14 Prozent. Experten hatten einen stärkeren Gewinnrückgang befürchtet. Die Analysten waren aber zugleich von den Gewinnaussichten im laufenden Quartal etwas enttäuscht. Die Aktie kam nachbörslich deutlich unter Druck und verlor fast fünf Prozent auf rund 30,30 Dollar.

Microsoft will zur Steigerung seines Online-Geschäfts den Rivalen Yahoo für ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) in bar und Aktien übernehmen und gemeinsam die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche sowie Internet-Werbung brechen. Yahoo ist der Preis bislang zu niedrig, schließt aber eine Übernahme nicht generell aus. Zugleich spricht Yahoo mit möglichen anderen Bündnispartnern wie Google, dem Online-Portal AOL aus dem Time-Warner-Konzern und dem Medienmogul Rupert Murdoch.

Anfang kommender Woche werde Microsoft über sein weiteres Vorgehen informieren, sagte Liddell. Er widersprach Yahoo-Chef Jerry Yang, der sein Unternehmen im Aufwind sieht. Der Wert von Yahoo steige nicht, sondern sinke im Gegenteil derzeit, sagte der Finanzchef. Die Wall Street rechnete zuletzt überwiegend mit einem Erfolg Microsofts bei der Übernahme, aber womöglich zu einem leicht erhöhten Preis. Es wäre der bisher mit Abstand teuerste Zukauf in Microsofts Geschichte.

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