12.04.2007 · Yahoo und Viacom sind jetzt Werbepartner. Das ist schön für Yahoo, zeigt aber auch, wie weit das Internetportal bei der individuell zugeschnittenen Netzwerbung hinter seinem Rivalen Google hinterherhinkt. Ein Kommentar von Carsten Knop.
Von Carsten KnopDie Werbepartnerschaft zwischen dem Medienkonzern Viacom und Yahoo hat an der Börse keine Begeisterungsstürme für die Aktie des Internetunternehmens hervorgerufen. Sie zeigt allenfalls, wie weit Google seinem Rivalen Yahoo bei der Plazierung individuell auf den Internetnutzer zugeschnittener Werbung enteilt ist.
Das Viacom-Geschäft ist wichtig - es könnte Yahoo einen zusätzlichen Umsatz von 20 Millionen Dollar im Jahr einbringen. Aber es beruht eben nicht allein auf den Qualitäten, die dem vor einiger Zeit von Yahoo eingeführten Werbe-Plazierungssystem mit dem Namen "Panama" zugeschrieben werden.
Referenzkunde
Vielmehr dürfte die Einigung mit Viacom vor allem auf den Rechtsstreit zurückgehen, den das Medienunternehmen mit Google führt. Man kann schlecht mit einer Gesellschaft zusammenarbeiten, von der man 1 Milliarde Dollar Schadenersatz wegen Urheberrechtsverletzungen verlangt.
Da hilft es auch nichts, wenn alle Fachleute dem Google-Plazierungssystem die Fähigkeit zuschreiben, höhere Einnahmen zu generieren, als dies bei Yahoo der Fall ist.
Richtig ist aber auch, dass sich Viacom für Yahoo zu einem Referenzkunden entwickeln kann. Die zu gewinnenden Kunden werden es sich gut überlegen, ob sie Google noch mächtiger machen wollen. Deshalb hat Yahoo beste Chancen auf weitere Berücksichtigung, gilt es doch, ein Monopol zu verhindern.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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