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Windows XP-Nachfolger „Vista“ Microsoft im Netz

07.03.2006 ·  In der zweiten Jahreshälfte kommt Microsoft Vista auf den Markt und folgt damit Windows XP. Bereits auf der Cebit wird die Werbetrommel für das neue Betriebssystem gerührt. Die Benutzer können sich vor allem auf ein besseres Handling freuen.

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In der zweiten Jahreshälfte soll Windows Vista, das Nachfolge-Betriebssystem von Windows XP, auf den Markt kommen. Damit ist Vista zwar keine Premiere, die auf der Cebit in Hannover gefeiert wird. Dennoch wird das Betriebssystem zahlreiche Gespräche in den Hallen beherrschen. Wegen der dominanten Marktposition des Programms führt kein Weg daran vorbei. Mehr als nur die eine oder andere Testausgabe von Windows Vista, sogenannte Beta-Versionen, wird es ohnehin zu sehen geben, denn Microsoft ist mit seiner Entwicklung schon sehr weit und stellt das Programm der Fachwelt seit Tagen im Detail vor.

Das Programm wird es grundsätzlich in fünf verschiedenen Versionen geben, die individuell auf das Verhalten der jeweiligen Nutzer zugeschnitten sind. Für Geschäftskunden erscheinen zwei unterschiedliche Varianten für kleine und große Unternehmen. Privatleute können sich zwischen der "Basic"-, "Premium"- oder "Ultimate"-Version entscheiden. Die "Premium"-Variante enthält zusätzlich alle Funktionen des besonders zur Multimedia-Wiedergabe programmierten Betriebssystems Windows Media Center Edition.

Abstand zwischen Desktop und Internet verschwindet

Mit dem Erscheinen von Vista werden das Internet und die Arbeitsoberfläche des Betriebssystems, der sogenannte Desktop, miteinander verschmelzen. Der Unterschied zwischen dem Internetzugangsprogramm, dem Browser, und dem klassischen "Schreibtisch" auf dem Bildschirm verschwimmt, so wie es schon seit geraumer Zeit der Wettbewerber Apple mit seinem Betriebssystem "OS X" vormacht. Wer will, kann sich nun auch auf seiner Windows-Arbeitsoberfläche mit der Hilfe kleiner Programme, sogenannter "Gadgets", laufend aktualisierte Informationen über das Wetter oder Verkehrsnachrichten anzeigen lassen, die natürlich aus dem Internet bezogen werden.

"Wir reduzieren den Abstand von Desktop und Internet auf Null", beschreibt das eine Sprecherin des Unternehmens. Wo das Internet so nahe rückt, kommen aber auch die Bedrohungen durch das weltumspannende Datennetz näher. Im Zentrum der Entwicklung von Windows Vista stand deshalb - notgedrungen und aus Schaden der Vergangenheit klug geworden - vor allem die Sicherheit. Das Sicherheitskonzept für Windows Vista trägt den Namen "Windows Defender", unterstützt wird es von den Möglichkeiten, die das neue Internet-Zugangsprogramm, der "Internet Explorer 7", bietet. Der "Windows Defender" soll die Installation gefährlicher Software verhindern.

Völlig neu gestaltete Benutzeroberfläche

Darüber hinaus soll Vista das Arbeiten am Personalcomputer leichter machen, den Bedienkomfort erhöhen. Es soll einfacher werden, Dokumente zu finden und Dateien zu verwalten. Dazu bietet Vista integrierte, systemweite Suchfunktionen. Sie umfassen die E-Mail-Korrespondenz, Dokumente, Bilder, Videos, Musik, Spiele und Websites. Bei der Suche braucht der Nutzer nicht mehr den Namen einer Datei zu kennen. Es reicht ein Wort im Dokument, der Musikinterpret oder das Datum der Fotografie, um sie zu finden.

Gesteuert wird alles über eine völlig neu gestaltete Benutzeroberfläche, die transparenter als ihre Vorgängerin daherkommt und deshalb auch das übersichtliche Stapeln mehrerer Fenster hintereinander erlaubt. Nicht zuletzt paßt Windows Vista seine Leistung individuell an verschiedene Nutzer an. Die jeweils am häufigsten genutzten Anwendungen werden schon vor dem Aufruf in den Speicher geladen. Und noch ein Versprechen hält Microsoft parat: Windows-Vista-basierte Computer sollen nach dem Einschalten so schnell einsatzbereit sein wie herkömmliche Elektronikgeräte und sich auch genauso schnell ausschalten lassen. Bei den bisherigen Testversionen ist davon allerdings noch nicht viel zu sehen.

Für Microsoft geht es um alles

Neben der neuen Windows-Version stellt Microsoft in diesem Jahr auch ein neues Office-Büroprogrammpaket vor, das bisher den Arbeitstitel "Office 12" trug, tatsächlich aber "Office 2007" heißen wird. Auch hier sieht der Nutzer künftig eine neue Oberfläche, die dabei helfen soll, die zahlreichen im Programm versteckten Funktionen auch wirklich zu finden. Bei beiden Programmen geht es für Microsoft um alles, sie haben mit Abstand den größten Anteil am Gewinn des Unternehmens.

Kno.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07. März
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