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Veröffentlicht: 09.03.2017, 19:50 Uhr

Nach Wikileaks-Enthüllungen Ist es paranoid, die eigene Webcam abzukleben?

Die CIA nutzt unbekannte Sicherheitslücken, um sich in internetfähige Geräte einzuhacken. Was bedeutet das für Verbraucher und wie kann man sich schützen? Ein Überblick.

von Julian Freitag
© dpa Zu hundert Prozent sicher sind weder Computer noch Smartphone. Mit regelmäßigen Updates stopfen die Hersteller kritische Sicherheitslücken.

Computer, Smartphones, Fernseher und selbst Autos – kaum ein internetfähiges Gerät scheint vor der CIA mehr sicher. So liest es sich aus den neuesten Wikileaks-Veröffentlichungen. Doch wie real ist die Gefahr für private Nutzer und welche Maßnahmen helfen, um die eigenen Geräte zu schützen? Ein Überblick.

Wie hackt sich die CIA auf die Geräte?

Immer mehr Programme setzen auf verschlüsselte Kommunikation. Auch der führende Messagingdienst Whatsapp stellte vor rund einem Jahr den Versand aller Textnachrichten darauf um. Nicht zuletzt war das auch einer öffentlichen Debatte geschuldet, die durch Edward Snowdens Enthüllungen über die massive Überwachung durch amerikanische und britische Geheimdienste im Jahr 2013 angestoßen wurde. Je nach Art der Verschlüsselung wird es für die Geheimdienste wesentlich schwerer oder quasi unmöglich, die Kommunikation mitzulesen.

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Laut den Wikileaks-Veröffentlichungen wählt die CIA einen anderen Weg: Der Geheimdienst greift die Daten nicht auf dem Übertragungsweg, sondern direkt auf dem Endgerät ab. Denn damit der Nutzer seine Nachrichten lesen kann, werden diese auf dem Computer oder Smartphone wieder entschlüsselt. Dort ist der Zugriff für Hacker einfacher. Um Schadsoftware einzuschleusen, nutzt die CIA laut Wikileaks bis dahin unbekannte Sicherheitslücken in Betriebssystemen und Programmen. Bis der Fehler bekannt wird und der Hersteller ein sogenanntes Patch ausliefert, das die Lücke repariert, sind Nutzer der Gefahr ausgeliefert. Einmal auf dem Gerät, kann die CIA nicht nur Nachrichten auslesen, sondern auch Anrufe mitschneiden oder unbemerkt Fotos und Audiomitschnitte an seine Server senden.

Greift die CIA auch auf die Geräte von privaten Verbrauchern zu?

Die Wikileaks-Veröffentlichungen zeigen, wozu die CIA fähig ist. Jedoch geht aus den Dokumenten auch hervor, dass es für viele der genannten Abhöraktionen ein gezieltes Vorgehen braucht. Um beispielsweise die betroffenen Samsung-Fernseher zu hacken, muss ein USB-Gerät vor Ort an den Fernseher angeschlossen sein. Laut Washington Post sind außerdem nur Smart-Fernseher von Samsung aus den Jahren 2012 und 2013 betroffen, die die älteren Versionen 1111, 1112 und 1116 des herstellereigenen Betriebssystems besitzen. Das ist eine relativ kleine Zielgruppe.

 
Die #CIA nutzt unbekannte Sicherheitslücken. Was bedeutet das für Verbraucher?

Ein Grund zur Sorge sind die Sicherheitslücken selbst, die die Sicherheitsbehörde nutzt, statt sie den Herstellern zu melden. Denn nicht nur die CIA kann diese entdecken, sondern auch gut organisierte Kriminelle. Die können die Geräte auf unterschiedliche Weise nutzen.

Was können kriminelle Hacker mit privaten Geräten machen?

„Für Privatnutzer sind Cyberkriminelle die größte Bedrohung. Das sind die Leute, die an das Geld wollen“, sagt Matthias Gärtner, Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), gegenüber FAZ.NET. Sicherheitslücken können Hacker nämlich nutzen, um Kreditkartennummern, die Zugangsdaten zum Online-Banking oder Benutzernamen und Passwort für das Mailkonto mitzulesen. Man nennt das Identitätsdiebstahl. Eine weitere Anwendung ist der Einsatz von sogenannter Ransomware: Ein Programm sperrt den Computer oder verschlüsselt die Festplatte und fordert vom Nutzer die Zahlung von Geld, um die Inhalte wieder freizugeben.

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