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Wettbewerb Telekom wegen DSL unter Druck

26.04.2006 ·  Die Bundesnetzagentur will die Telekom zwingen, ihren Wettbewerbern einen zusätzlichen Übertragungsweg für schnelle Internet-Zugänge anzubieten. Damit soll mehr Spielraum für alternative Angebote entstehen.

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Die Bundesnetzagentur will die Deutsche Telekom zwingen, ihren Wettbewerbern einen zusätzlichen Übertragungsweg für schnelle Internet-Zugänge anzubieten. Die als "Bitstream Access" bezeichnete Lösung würde es Konkurrenten ermöglichen, DSL-Anschlüsse mit eigenem Zuschnitt zu vermarkten.

Unternehmen ohne umfangreiche eigene Netzinfrastruktur können zwar schon jetzt DSL-Anschlüsse der Telekom mit Rabatt übernehmen und weiterverkaufen. In diesem Resale-Verfahren bleiben sie aber auf die vom Marktführer angebotenen Produkte und Bandbreiten angewiesen. Differenzierungsmöglichkeiten gegenüber der Kundschaft bestehen nur über die Preisgestaltung. Die Netzagentur erhofft sich von ihrer Initiative eine Verschärfung des Wettbewerbs auf dem Massenmarkt für DSL-Zugänge.

Vier Wochen Zeit für Stellungnahmen

Der am Mittwoch vorgestellte Entwurf würde die Telekom verpflichten, Bitstream allen interessierten Unternehmen zu nicht-diskriminierenden Bedingungen bereitzustellen. Die dafür verlangten Gebühren will die Netzagentur vorab genehmigen. Damit könnte sie indirekt auch das Preisgefüge des DSL-Wiederverkaufs beeinflussen. Deren Preise handelt die Telekom bisher frei mit ihren Großkunden aus.

Mit der Veröffentlichung des Entwurfes beginnt eine vierwöchige Frist für Stellungnahmen; am 10. Mai ist außerdem eine Anhörung geplant. Die Telekom wies den seit langem erwarteten Vorstoß scharf zurück. "Die Bundesnetzagentur greift in unverhältnismäßiger Weise in ein Marktsegment ein, das nachweisbar von einer hohen Wettbewerbsdynamik und einem differenzierten Angebot auf Vorleistungsbasis geprägt ist", sagte Frank Schmidt, der die Regulierungsabteilung der Festnetzsparte T-Com leitet. Schmidt wies darauf hin, daß es Ende 2005 bereits rund 1,6 Millionen DSL-Resale-Anschlüsse gegeben habe. Zusätzlich könnten Wettbewerber auf eine vielfältige Palette von Vorleistungen zurückgreifen, um den Kunden eigene Breitbandprodukte anzubieten, zum Beispiel durch Anmietung der Teilnehmeranschlußleitung. Für ein zusätzliches Bitstream-Produkt gebe es deshalb überhaupt keine Notwendigkeit.

Quelle: bü., F.A.Z., 27.04.2006, Nr. 98 / Seite 13
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