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Wettbewerb Auflagen gegen Microsoft ausgesetzt

28.06.2004 ·  Die Europäische Kommission hat die gegen den Softwarehersteller Microsoft verhängten Auflagen bis zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung ausgesetzt. Das kann drei Jahre dauern.

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Die Europäische Kommission hat die gegen den Softwarehersteller Microsoft verhängten Auflagen bis zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung ausgesetzt. Damit soll dem Vorsitzenden des Europäischen Gerichtshofs der Ersten Instanz in Luxemburg, Bo Vesterdorf, Zeit gegeben werden, über einen Einspruch des Unternehmens zu entscheiden, teilte die Kommission in Brüssel mit.

Microsoft hatte am Freitag die Aussetzung der Auflagen beantragt. Die Europäische Kommission kam damit einer möglichen richterlichen Verfügung in dem Kartellstreit mit dem größten Softwarekonzern der Welt zuvor. Bis zu einem Beschluß des Gerichts können drei Jahre vergehen.

Rekordbußgeld gegen Microsoft

Die Europäische Kommission fordert eine leichtere Integration fremder Software in das Betriebssystem Windows. Mit einem Bußgeld von 497 Millionen Euro hatte sie gegen Microsoft die höchste jemals von ihr verhängte Kartellstrafe ausgesprochen. Außerdem erteilte die Kommission scharfe Auflagen. So muß Microsoft die Integration von Fremdsoftware in das Betriebssystem Windows erleichtern. Microsoft hatte daraufhin der Kommission vorgeworfen, nicht auf umfassende Zugeständnisse des Konzerns eingegangen zu sein.

Nach den im März verhängten Auflagen soll Microsoft Konkurrenten durch die Herausgabe von Informationen innerhalb von 120 Tagen ermöglichen, deren Serverprogramme mit den Windows-Betriebssystemen einzelner Computer zu verbinden. Innerhalb von 90 Tagen muß das Unternehmen zudem Windows-Versionen ohne seinen Media-Player-Programm zum Abspielen von Musik und Videos anbieten. Damit soll eine Benachteiligung von Wettbewerbern verhindert werden.

Microsoft hatte damals erklärt, der Konzern wolle erreichen, daß die Auflage für eine Windows-Version ohne Media-Player bis zu einer endgültigen Gerichtsentscheidung ausgesetzt wird. Allerdings sei Microsoft auch weiterhin an einer Einigung mit der Europäischen Kommission interessiert.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Reuters
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