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Weihnachtsgeschäft Internet-Händler reichlich beschenkt

28.12.2007 ·  Das Weihnachtsgeschäft ist nicht besonders gut gelaufen, aber gegenüber Einkäufen im Internet gibt es immer weniger Berührungsängste. Davon haben anscheinend Händler wie Amazon und Weltbild profitiert.

Von Carsten Knop
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Der amerikanische Internet-Einzelhändler Amazon.com, aber auch der deutsche Weltbild-Verlag haben im Weihnachtsgeschäft nach eigenen Angaben erheblich von der zunehmenden Bereitschaft der Kunden profitiert, ihre Einkäufe über das Internet zu erledigen. So berichtet Amazon über das stärkste Weihnachtsgeschäft seiner Geschichte, hat damit Sorgen an den Finanzmärkten über eine mögliche Käuferzurückhaltung vor allem der amerikanischen Konsumenten aber nur etwas mildern können.

Denn grundsätzlich ist das amerikanische Weihnachtsgeschäft, ähnlich wie in Deutschland, hinter optimistischeren Erwartungen zurückgeblieben. Denn grundsätzlich gilt auch hier: Die erste Adventshälfte ist schwach gelaufen, der Zuwachs kurz vor Weihnachten konnte die Ausfälle nicht mehr kompensieren. Die Stimmung wird von steigenden Öl- und Lebensmittelpreisen ebenso gedämpft wie vom fallenden Wert amerikanischer Wohnhäuser. Das zeigen zum Beispiel die Zahlen des amerikanischen Einzelhandelskonzerns Target.

Stärkstes Weihnachtsgeschäft seit der Gründung

Unternehmen wie Amazon und Weltbild ficht diese eher enttäuschende Entwicklung offenbar nicht an: Das Weihnachtsgeschäft 2007 sei das stärkste seit Gründung des Unternehmens im Jahr 1994 gewesen, heißt es in einer Mitteilung von Amazon. Konkrete Zahlen für das gesamte Weihnachtsgeschäft werden zwar nicht genannt, allerdings bestimmte Daten für einzelne Tage. So sei der 10. Dezember mit 5,4 Millionen Verkäufen der stärkste Tag in der abgelaufenen Saison gewesen.

Dies habe 62,5 Verkäufen je Sekunde entsprochen. Bislang war der 11. Dezember des Vorjahres der stärkste Tag, mit allerdings nur rund 4 Millionen Verkäufen. Zu den gefragtesten Produkten zählten den Angaben zufolge Videospiele und -systeme, allen voran die Nintendo Wii, Auto-Navigationsgeräte und Flachbildschirm-Fernseher. Allerdings sind die positiven Meldungen so lange mit großer Vorsicht zu begleiten, wie die tatsächlichen Umsatz- und Gewinnzahlen zum laufenden Quartal noch nicht vorliegen. Die Anleger in Amerika belohnten das Unternehmen gleichwohl mit einem Kursanstieg für die Amazon-Aktie.

Gefragt waren Softwarespiele und Konsolen

Vom Augsburger Unternehmen Weltbild heißt es, dass bis zu den Feiertagen täglich bis zu eine Million über das Internet bestellte Produkte das Haus verlassen hätten. „Wir sind mit dem Weihnachtsgeschäft 2007 sehr zufrieden“, wird Carel Halff, der Vorsitzende der Weltbild-Geschäftsführung, in einer Mitteilung zitiert. „Bei weltbild.de lagen die Umsätze im November und Dezember um 40 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum und sind damit die höchsten seit Bestehen des Internetshops.“ Auch bei Weltbild waren die herausragenden Produkte im Weihnachtsgeschäft Softwarespiele und Konsolen, das Bild ähnelt also dem bei Amazon. Gefragt war zudem Harry Potter - sowohl als Buch als auch als DVD. Die Verlagsgruppe Weltbild erreicht über Katalog, Internet und Filialen nach eigenen Angaben neun Millionen Kunden in Deutschland. Auf der Internetseite werden gut 2,5 Millionen Produkte angeboten.

Das Internet ist offenbar auch dann hilfreich, wenn die Geschenke nicht den Erwartungen des Beschenkten entsprochen haben: Denn ungefähr jeder zehnte Deutsche (11 Prozent) will in den nächsten Tagen ungeliebte Präsente online versteigern oder verkaufen. Besonders groß ist das Interesse an einem Online-Verkauf der Geschenke in der Altersgruppe von 14 bis 29 Jahren. In dieser Gruppe will sogar fast jeder Fünfte (17 Prozent) von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Diese Zahlen hat der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) am Tag nach Weihnachten bekanntgegeben.

„Internet spielt für viele eine zunehmend wichtige Rolle“

Mit steigendem Alter nimmt die Quote dann aber immer weiter ab. Wer älter als 60 Jahre ist, findet offenbar andere Lösungen, ungeliebte Weihnachtsgeschenke loszuwerden: In dieser Altersgruppe planen nur noch 2 Prozent, Geschenke online anzubieten. Grundlage der vom Bitkom veröffentlichten Zahlen ist der sogenannte „Web-Monitor“, in dessen Rahmen 1001 Deutsche im Alter von 14 Jahren aufwärts repräsentativ befragt wurden.

„Nicht nur beim Kauf, sondern auch beim Verkauf von Geschenken spielt das Internet für viele Bundesbürger eine zunehmend wichtige Rolle - gerade jetzt in den Tagen nach Weihnachten“, wird Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer in einer Mitteilung zitiert.

Quelle: F.A.Z., 28.12.2007, Nr. 301 / Seite 15
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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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