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Web 2.0 Flickrs Deutschlanddebüt wird zum Flop

18.06.2007 ·  Eigentlich wollte Yahoo den rund 640.000 deutschen Nutzern seiner Foto-Gemeinschaft Flickr mit einer deutschen Seite etwas Gutes tun. Nun können die deutschen Nutzer einen Teil der Fotos nicht mehr sehen und rufen: Zensur. Yahoo wehrt sich.

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Eigentlich wollte Yahoo den rund 640.000 deutschen Nutzern seiner Foto-Gemeinschaft Flickr mit einer deutschen Seite etwas Gutes tun. Anders als üblich flogen sogar hochrangige Yahoo-Manager zum Start nach Berlin ein. Doch schon kurz danach lief alles falsch: Seit Tagen beschweren sich die Flickr-Nutzer heftig über eine angebliche Zensur. Viele Fotos, die in Amerika zu sehen sind, werden in Deutschland nicht angezeigt.

Schuld ist eine restriktive Auslegung des Bewertungssystems für die Fotos. Auf Flickr haben inzwischen acht Millionen Menschen rund 525 Millionen Fotos eingestellt, die sie dort ihren Freunden und anderen Mitgliedern der Gemeinschaft zeigen.

Keine nackte Haut für die Deutschen

Jeder Nutzer kann jedes Foto als unbedenklich, als möglicherweise störend oder als eingeschränkt (“Fotos, die Sie nicht Ihren Kindern, Ihrer Großmutter oder Arbeitskollegen zeigen würden“) einstufen. Nutzer mit deutscher Anmeldung bekommen nur Fotos zu sehen, die als unbedenklich eingestuft wurden. Selbst harmlose Fotos mit etwas nackter Haut sind jetzt herausgefiltert.

Yahoo wehrt sich gegen den Vorwurf der Zensur. „Die Entscheidung, Flickr in Deutschland anders aufzusetzen, hatte in keinster Weise etwas mit Zensur zu tun. Vielmehr ging es darum, die deutsche Gesetzgebung zu berücksichtigen. Wir sind gerade dabei, verschiedene Lösungen zu prüfen, die die Nutzererfahrung verbessern, gleichzeitig jedoch die gesetzlichen Bestimmungen erfüllen“, heißt es von Yahoo.

Auch Murdoch investiert

Der Schwung ist erst einmal dahin, zumal die Konkurrenz nicht schläft: Medienmogul Rupert Murdoch hat neben Myspace jetzt den Flickr-Konkurrenten Photobucket für geschätzte 300 Millionen Dollar übernommen.

Quelle: F.A.Z., 18.06.2007, Nr. 138 / Seite 21
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Von Christian Siedenbiedel

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