09.04.2007 · Es wirkt wie eine Trotzreaktion: Am Tag als Apple verkündet, 100 Millionen Stück von seinem Musikspieler iPod verkauft zu haben, kündigen Sandisk und Yahoo an, dem Erfolgsmodell endlich Konkurrenz machen zu wollen. Bisher blieb der iPod unangefochten.
Am Anfang war die Fachwelt skeptisch. Es war im Oktober 2001, als Steve Jobs bei einer aufwendig inszenierten Veranstaltung in San Francisco ein neues Gerät aus dem Hut zauberte. Der Vorstandschef des Computerherstellers Apple präsentierte einen digitalen Musikspieler mit dem Namen „iPod“, und in für ihn typischer Unbescheidenheit tönte er, „richtig stolz“ auf sein neuestes Werk zu sein. Die Reaktion der Öffentlichkeit war aber erst einmal verhalten. 399 Dollar sollte der iPod kosten, und das schien üppig für ein tragbares Gerät zum Musikhören. Jobs gab sich indessen zuversichtlich, dass ihm der iPod aus den Händen gerissen wird, und meinte gar, man werde womöglich die Nachfrage im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft nicht decken können.
Der Rest ist Geschichte: Der iPod gehört zu den erfolgreichsten Technikprodukten der vergangenen Jahre. In Amerika und zunehmend auch im Rest der Welt sind die charakteristischen weißen Kopfhörer des iPod zu einem allgegenwärtigen Teil des Straßenbildes geworden. Für Apple wurden die Musikspieler zu einer immer stärkeren Umsatzsäule neben dem Stammgeschäft mit Computern, in dem Apple mit einem überschaubaren Marktanteil über den Rang eines Nischenanbieters für Statusbewusste nicht hinauskam. Apple macht heute mehr Umsatz mit iPods als mit seinen Macintosh-Computern. Am Montag teilte Apple mit, 100 Millionen iPods verkauft zu haben.
Anschub durch iTunes und Minis
Der iPod war nicht von Anfang an ein Erfolg. Zum Durchbruch verhalf dem Gerät, als im Jahr 2003 der zugehörige Online-Musikvertrieb iTunes für das marktbeherrschende Computer-Betriebssystem Windows verfügbar wurde. Endgültig zum Massenphänomen wurde der iPod, als Apple im Jahr 2004 eine zweite, billigere iPod-Familie mit dem Namen „Mini“ auf den Markt brachte. Die bunten Geräte waren sofort ausverkauft, und es gab lange Wartezeiten.
Heute gibt es drei Produktfamilien: den großen Original-iPod, den mittelgroßen Nano und das Kleinstmodell Shuffle, das in Amerika für 79 Dollar zu haben ist. Mit ständig neuen Modellen hat es Apple geschafft, den iPod zu einer Art Wegwerfprodukt zu machen, und Verbraucher kaufen sich immer neue Versionen. So sieht man heute in Amerika kaum noch das Modell „Mini“, das im Jahr 2005 durch den „Nano“ ersetzt wurde. Die Neuanschaffungen haben oft auch damit zu tun, dass die Batterien des iPod im Laufe der Zeit ihre Leistungskraft verlieren und nicht leicht zu ersetzen sind.
Scandisk tritt mit Yahoo gegen iPod an
Kein Wettbewerber hat es bislang geschafft, die Dominanz von Apple im Geschäft mit digitalen Musikspielern zu brechen. Der japanische Unterhaltungskonzern Sony zum Beispiel, der einst mit dem „Walkman“ tragbare Kassettenspieler zu einem Massenphänomen machte, hatte dem iPod bislang wenig entgegenzusetzen. Der Softwarekonzern Microsoft startete im vergangenen November mit der Einführung des Musikspielers „Zune“ einen Angriff auf Apple, der aber bislang offenbar wenig Wirkung zeigte. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts NPD Group hatte Apple in Amerika zuletzt einen Marktanteil von 73,7 Prozent. Microsoft kam nur auf 2,3 Prozent.
Der zweitstärkste Anbieter ist mit einem Anteil von 9,0 Prozent das amerikanische Unternehmen Sandisk, das neben Musikspielern auch die darin verwendeten Mikrochips herstellt. Sandisk kündigte am Montag eine weitere Offensive an und hat dazu eine Allianz mit der Internetgesellschaft Yahoo geschlossen. Ein neuer Musikspieler soll dem Kunden ermöglichen, Musikstücke drahtlos aus dem Internet herunterzuladen, etwa über den Musikdienst von Yahoo. Dagegen muss man den iPod bislang zum Herunterladen von Titeln an einen Computer anschließen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.380,98 | −0,94% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2455 | −0,26% |
| Rohöl Brent Crude | 105,97 $ | −0,82% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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