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Wachstum im Netz 100 Milliarden Euro in der Web-Wirtschaft

21.06.2011 ·  Die Internetindustrie wächst 10 Prozent im Jahr und beschäftigt 330.000 Menschen. Bis 2012 wird der Umsatz auf 120 Milliarden Euro steigen. Trotz des Wachstums hinkt die deutsche Internet-Wirtschaft im internationalen Vergleich hinterher.

Von Holger Schmidt
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Die digitale Wirtschaft in Deutschland hat 2010 erstmals mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz gemacht und beschäftigt rund 330.000 Menschen. Das haben der Branchenverband BVDW und das Rhein-Ruhr Institut für angewandte Systeminnovation errechnet. In der Studie ist die digitale Wirtschaft als Querschnittsbranche definiert, die im Kern alle Wirtschaftszweige umfasst, in denen eine Internet (IP) Adresse für die Umsetzung der Geschäftsprozesse genutzt wird.

Neben der Erzeugung der eigenen Wertschöpfung über die digitale Wirtschaft daher auch eine starke Hebelwirkung für die Gesamtwirtschaft aus, heißt es in der Studie. Für einen Euro Umsatz in den Kernbereichen werden Transaktionen zwischen 8 und 9 Euro im elektronischen Handel ermöglicht. Ein ähnlicher Effekt zeige sich auch auf dem Arbeitsmarkt: Ein Beschäftigter in der digitalen Wirtschaft sichert den Arbeitsplatz von 8,5 bis 10 Beschäftigten in der Gesamtwirtschaft, lautet ein Ergebnis der Untersuchung.

Da das Internet weiter wächst, bleibt auch die digitale Wirtschaft auf Expansionskurs. Bis zum kommenden Jahr wird der Umsatz auf 120 Milliarden Euro und die Beschäftigung auf 390.000 Menschen steigen, lautet die Prognose. „Die digitale Wirtschaft gehört zu den relevanten Wachstumstreibern in Deutschland“, sagte der BVDW-Vorsitzende Arndt Groth. Der größte Umsatzanteil entfällt auf die Zugangsdienste zum Internet, fließt also in die Kassen der Telekommunikationsunternehmen wie die Deutsche Telekom oder Vodafone. Diese Unternehmen haben im vergangenen Jahr 25,8 Milliarden Euro Umsatz in diesem Geschäftsfeld erzielt. Wachstumstreiber in diesem Segment ist das mobile Internet, dessen Umsatz im Durchschnitt um 25,5 Prozent in den Jahren 2008 bis 2012 zulegt.

Deutschland im hinteren Mittelfeld

Zu den Applikationen und Diensten, die zusammen 31,6 Milliarden Euro Umsatz beigesteuert haben, gehören vorwiegend die Auslagerung von IT-Dienstleistungen und das sogenannte Cloud-Computing, die Programmierung von Internet-Software sowie die Online-Werbung. Dieser Teil der digitalen Wirtschaft legt im Durchschnitt 12 Prozent im Jahr zu.

Die Sparte „Endnutzer-Interaktion“ umfasst das Online-Banking, den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Netz sowie Zahlinhalte, zum Beispiel für mobile Apps. Um den Anteil der digitalen Wirtschaft an den gesamten Transaktionen zu messen, wurden für den elektronischen Handel mit privaten Endkunden 5 Prozent der Umsätze angesetzt für den Handel zwischen Unternehmen waren es 2 Prozent. Das Online-Banking wurde mit einem Transaktionskostenvorteil von 1,20 Euro je Transaktion bewertet.

Trotz des Wachstums hinkt die deutsche Internet-Wirtschaft im internationalen Vergleich hinterher. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey liegt der Internet-Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt in Deutschland mit 3,2 Prozent leicht unter dem Durchschnitt und in der Rangliste der Leistungsfähigkeit landet Deutschland gar im hinteren Mittelfeld. Viele Unternehmen, die in Deutschland zu den Marktführern gehören, sind Tochtergesellschaften amerikanischer Konzerne wie Google, Ebay oder Amazon. Im Durchschnitt aller betrachteten Länder steuert das Internet 3,4 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. „Wäre das Internet ein Sektor, wäre sein Gewicht größer als das der Landwirtschaft oder der Energiebranche“, lautet ein Ergebnis. Allerdings fallen drei Viertel der ökonomischen Effekte nicht direkt in der Internetbranche an, sondern in den traditionellen Branchen, meist in Form von Produktivitätszuwächsen.

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