Der amerikanische Elektronikkonzern Apple hat abermals glänzende Zahlen vorgelegt: Das internetfähige Handy iPhone und der Tabletcomputer iPad haben das Geschäft in den vergangenen drei Monaten beflügelt. Daneben profitierte Apple von einem rasanten Wachstum auf dem chinesischen Markt, der zu einer immer wichtigeren Umsatzquelle wird. Der Aktienkurs näherte sich am Mittwoch der Marke von 400 Dollar: Im Handelsverlauf notierte die Apple-Aktie rund 6 Prozent im Plus bei 398 Dollar.
Apple baute seinen Konzernumsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2010/2011, das am 25. Juni zu Ende ging, um 82 Prozent auf 28,6 Milliarden Dollar aus und lag damit weit über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von 25 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn hat sich von 3,2 Milliarden auf 7,3 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Das Ergebnis je Aktie lag bei 7,79 Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit 5,85 Dollar gerechnet.
iPhone dominiert das Geschäft
Das iPhone ist der mit Abstand größte Geschäftsbereich von Apple. Trotz verstärkter Konkurrenz im Smartphone-Markt durch Geräte mit dem Betriebssystem Android von Google hat Apple seinen Umsatz mit iPhones um 150 Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar ausgebaut. Apple hat insgesamt 20,3 Millionen iPhones verkauft. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet, zumal wohl die Einführung der nächsten iPhone-Generation bevorsteht. In der Branche wird erwartet, dass das Nachfolgemodell des gegenwärtigen iPhone 4 in den nächsten Monaten auf den Markt kommt. Finanzvorstand Peter Oppenheimer sprach in einer Telefonkonferenz von einem „Produktwechsel“ im kommenden Quartal, wollte aber keine Details nennen.
Fast verdreifacht hat sich der Umsatz mit dem iPad. Apple hat in den vergangenen drei Monaten 9,2 Millionen iPads verkauft und damit einen Umsatz von 6 Milliarden Dollar erzielt Vor einem Jahr waren es 2,2 Milliarden Dollar. Der abgelaufene Berichtszeitraum war das erste volle Quartal für die zweite Generation des Geräts, das den Markt der Tabletcomputer erst begründet hat und trotz wachsender Konkurrenz noch dominiert.
Im PC-Geschäft besser als der Markt
Im einstigen Stammgeschäft mit Macintosh-Computern hat Apple seinen Umsatz um 16 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar gesteigert. Damit schnitt das Unternehmen weitaus besser ab als der gesamte Personalcomputermarkt, der zuletzt um weniger als 3 Prozent zulegte. Der für das Tagesgeschäft zuständige Chief Operating Officer Tim Cook sagte, das Macintosh-Geschäft sei ein Stück weit dadurch gebremst worden, dass Verbraucher sich ein iPad anstelle eines Computers gekauft hätten. Cook sagte aber weiter, dieser Kannibalisierungseffekt durch das iPad treffe den Rest des Personalcomputermarkts mit dem Betriebssystem Windows von Microsoft noch mehr.
Die einzige schrumpfende Sparte ist der digitale Musikspieler iPod. Hier ging der Umsatz um 14 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zurück, und Apple hat 7,5 Millionen Geräte verkauft. Das Geschäft leidet darunter, dass auch Smartphones und Tablets integrierte Musikspieler haben. Viele Verbraucher sehen daher keine Notwendigkeit mehr, einen separaten iPod zu kaufen.
Apple sieht sich in China noch am Anfang
Die mit Abstand wichtigste Wachstumsregion für Apple ist der asiatische Raum. Hier hat sich der Umsatz von 1,8 Milliarden auf 6,3 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht. Allein China stand für einen Umsatz von 3,8 Milliarden Dollar, und Cook stellte hier weiteres Wachstum in Aussicht: „Ich glaube fest daran, dass wir hier erst an der Oberfläche kratzen.“ Cook hat bei Apple viele Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden Steve Jobs übernommen, der seit Januar eine krankheitsbedingte Auszeit nimmt. Jobs hat sich seither mehrmals bei Produktvorstellungen gezeigt, aber ein Datum für seine Rückkehr ist weiter offen und wurde auch bei der Vorlage der Zahlen nicht diskutiert.
Das „Wall Street Journal“ berichtete in dieser Woche, dass einzelne Verwaltungsratsmitglieder von Apple mit Personalberatern über eine Nachfolgeplanung für Jobs gesprochen haben sollen. Es soll auch bereits Diskussionen mit dem Vorstandschef eines bekannten Technologieunternehmens gegeben haben. Dem Bericht zufolge sei dies aber nicht im Auftrag des gesamten Verwaltungsrats von Apple geschehen. Steve Jobs bezeichnete die angeblichen Bemühungen um eine Nachfolgeregelung gegenüber der Zeitung als „Schwachsinn“.
Der Erfolg der Anderen...
Ulrich Peier (clockman_ch)
- 20.07.2011, 11:26 Uhr
Eigentlich ist klar, was ihm fehlt: Ideen
Bjorn Kulms (bgks)
- 20.07.2011, 11:05 Uhr