14.08.2006 · Hochauflösendes Fernsehen steht im Jahr 2006 im Zentrum der Internationalen Funkausstellung. Bei der Herstellung der Geräte werden die Produkzyklen immer kürzer. Die Ansprüche steigen dabei. Und die Preise sinken.
Von Johannes WinkelhageSchnelligkeit zählt in der Unterhaltungselektronik. War die Branche früher eher von längeren Innovationszyklen geprägt, geht die technische Entwicklung heute sehr viel rasanter voran. Die inzwischen weit fortgeschrittene Digitalisierung der Audio- und Fernsehtechnik bescherte den Herstellern Zyklen, die inzwischen mit denen der Computerindustrie vergleichbar sind. Diesem Umstand trägt die Industrie durch die Abkehr von dem traditionellen Zwei-Jahres-Rhythmus der in Berlin stattfindenden Internationalen Funkausstellung (IFA) Rechnung.
Jetzt soll die Leitmesse jährlich stattfinden - eine Entscheidung, die in der Branche jedoch umstritten ist. Viele Unternehmen, die in lukrativen Nischen arbeiten, hätte der alte Rhythmus für die Präsentation ihrer Produkte ausgereicht. Sie scheuen die zusätzlichen Investitionen, die eine Halbierung des Turnus mit sich bringen. Schnell verläuft die Entwicklung allerdings in allen Marktsegmenten, die mit dem Fernsehen zu tun haben. Immer neue, verbesserte Verfahren sorgen für klarere und unverwaschene Bilder auch auf den großen Flachbildschirmen, die in der Gunst der Käufer ganz oben stehen.
Meiste Flachbild-Fernseher als „HD-ready“ verkauft
Noch feiner werden die Auflösungen künftig mit dem Format HDTV - „High-Definition Television“ oder hochauflösendes Fernsehen genannt. Da hierbei mehr Bildpunkte auf der Bildschirmfläche angesteuert werden, können sowohl Farbwiedergabe und Kontraste als auch Bildschärfe und Helligkeit deutlich gesteigert werden. Es ergibt sich ein so klares Bild, das viele Verbraucher auf den ersten Blick fast schon als unnatürlich empfinden.
Die meisten Flachbild-Fernseher werden inzwischen als „HD-ready“ verkauft. Diese sind - mehr oder weniger - für die Wiedergabe des hochauflösenden Fernsehens geeignet. Weil sich allmählich auch die Angebote der Fernsehsender und der Filmindustrie auf HDTV einstellen, wird jetzt damit gerechnet, daß diese „schärferen Bilder“ zu den Hauptinnovationen der diesjährigen Funkausstellung gehören werden. Da bei der Speicherung von HD-Filmen eine erheblich größere Datenmenge anfällt als bei der herkömmlichen Aufnahmetechnik, sind hierfür neue Speichermedien notwendig.
Filmsammlung bald ohne eigenen Datenspeicher?
Hier aber herrscht derzeit eine harte Konkurrenz um das Speicherformat. Während die einen Hersteller auf die Blue-Ray-Disk genannte Scheibe setzen, die bis zu 50 Gigabyte an Daten speichern kann, favorisiert die andere Fraktion die HD-Disk, deren Speicherplatz ähnlich riesig ist. Zum Vergleich: Bei einer selbstgebrannten DVD ist bisher bei 4,7 Gigabyte Schluß. Während der IFA wird damit gerechnet, daß neue Abspielgeräte und auch Rekorder für beide Formate vorgestellt werden. Die Gerätehersteller hoffen, daß die Inhaltelieferanten wie Filmstudios oder Fernsehsender ihr HD-Angebot deutlich ausbauen.
Vielleicht benötigt der Verbraucher aber bald gar keine eigenen Datenspeicher mehr, um die Filmsammlung zu archivieren. Immer stärker entdecken die Telekommunikationsunternehmen die Welt der Unterhaltung. Allen voran bietet die Deutsche Telekom über ihr mit Glasfaser ausgebautes VDSL-Netz jetzt Fernsehangebote, die auf der Basis des Internet-Protokolls (IP) in die Haushalte übertragen werden. Diese Technik ermöglicht den einfachen Zugriff auf große Filmbibliotheken im Internet. Damit rücken kurzfristig die Vision des Videorekorders im Netz und mittelfristig die Idee eines individuell gestaltbaren Fernsehprogramms in greifbare Nähe.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.379,88 | −1,02% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2455 | −0,26% |
| Rohöl Brent Crude | 105,97 $ | −0,82% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?