Manche Pendler warten neuerdings richtig gerne auf Bahnhöfen. Denn da gibt es Wlan. Das ist ein Funknetz, über das man minutenschnell und einfach mit dem tragbaren Computer ins Internet kommt. Denn im Laptop ist der Wlan-Anschluss meist schon automatisch drin. Doch wirklich günstig ist dieser Pfad ins Netz nicht.
Wer zum Beispiel den durchaus üblichen Preis von neun Cent pro Minute zahlt, den kosten zehn Stunden schon 54 Euro. Bei 20 Arbeitstagen kommen solche Summen schnell im Monat zusammen. Es reichen schon 15 Minuten morgens und 15 Minuten abends. Spätestens an diesem Punkt lohnt es sich, nach günstigen Alternativen zu suchen. Die sind zahlreich.
Das mobile Internet ist billiger geworden
Die großen Konkurrenten der „Wlan-Hotspots“, die es auch in Hotels oder Cafés häufig gibt, sind die Mobilfunkunternehmen. Bisher nutzen die Deutschen das Handy vor allem zum Telefonieren und zum Verschicken von Kurzmitteilungen. Doch das Mobilfunknetz eignet sich auch ausgezeichnet zum Austausch von Daten. Dafür muss man das Handy oder die Handy-Karte bloß mit dem Laptop verbinden. Dann kann man online gehen, wo immer man ist.
Das kostet heute schon viel weniger als vor ein, zwei Jahren. Der Branchenkenner Markus Weidner vom Internetportal Teltarif nennt ein Beispiel: Vor einem Jahr verlangte der Supermarktdiscounter Aldi über seine Prepaid-Karte noch 9,12 Euro dafür, dass ein Nutzer die bereits ordentliche Datenmenge von einem Megabyte (MB) herunterladen durfte. Heute kostet der gleiche Service 24 Cent. Dieser Preisrutsch war auch nötig, denn viele Handy-Nutzer haben die hohen Preise bisher vom Internet abgeschreckt. Nun lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Stau im Netz
Grundsätzlich rät Spezialist Weidner von Zeittarifen wie im Wlan-Beispiel ab. Zu bevorzugen seien Volumentarife, wie sie auch in der Tabelle aufgelistet sind. Das heißt: Der Nutzer kauft eine bestimmte Menge an Daten, die er aus dem Internet herunterladen oder in das Netz hochladen darf. Wie schnell das geht, kann bei Volumentarifen zwar nicht egal sein, aber längere Wartezeiten belasten zumindest nicht den Geldbeutel.
Wenn es nur ums Tempo auf der Datenautobahn geht, dann sind die Wlan-Hotspots, etwa am Bahnhof, haushoch überlegen. Denn über sie jagen die Daten - theoretisch - zehnmal so schnell wie in den schnellsten Mobilfunknetzen, die den neuen Standard UMTS nutzen. Doch in der Praxis läuft es oft längst nicht so reibungslos, weil sich viele Nutzer die Datenautobahn teilen müssen. Da kommt es schon mal zu Staus.
Die langsame UMTS-Flatrate für 25 Euro
Spezialist Weidner glaubt, dass Gelegenheitsnutzer nicht unbedingt einen „UMTS-Turbo“ von Vodafone oder T-Mobile benötigen. Die langsame UMTS-Variante reiche in vielen Fällen schon aus - und sei zudem günstiger. In diesem Segment bietet E-Plus ab nächster Woche eine "mobile Internet-Flatrate für 25 Euro". Bisher war dieser Preis nur über eine Tochter verfügbar. Genutzt werden könne der Pauschaltarif bundesweit im Netz von E-Plus. Pro Minute werden 384 Kilobit Daten übertragen.
Zum Vergleich: Wer bei den großen Konkurrenten Vodafone und T-Mobile Tarife mit dem UMTS-Turbo bucht, kann zehnmal so schnell surfen. Doch das kostet auch mehr: 40 bis 50 Euro im Monat. Auch hier lohnen Preisvergleiche und Nachfragen. So bieten manche Telefongesellschaften bereits Kombitarife, mit denen zum Festpreis sowohl zu Hause telefoniert wie unterwegs grenzenlos im Internet gesurft werden kann.
„Das Preisniveau wird noch deutlich sinken“
Die Preise fallen in allen Nutzersegmenten. Wer zum Beispiel nur gelegentlich einmal ins Internet geht, dem bietet E-Plus ab nächster Woche für 10 Euro im Monat 250 MB Volumen an. Erfahrungsgemäß dauert es nicht lange, bis die Konkurrenz nachzieht oder dies erneut unterbietet. Die Preise für mobiles Internet sind daher wohl noch lange nicht auf dem Tiefpunkt, wie auch ein Blick ins Ausland lehrt.
„Das Preisniveau wird noch deutlich sinken“, sagt der Telekom-Spezialist Philipp Geiger von der Beratungsgesellschaft Solon. Vermutlich gibt es bald Flatrates für zehn Euro oder auch Tarife ohne Vertragsbindung. Das heißt: Da kauft der Internetsurfer bloß eine Karte mit einem bestimmten Surfvolumen, das er dann aufbrauchen darf.
Vorsicht beim Surfen im Ausland
Überall ins Internet zu gehen, das ist zwar sehr angenehm. Dennoch kann noch viel schiefgehen, oft sogar ohne eigenes Zutun. Das zeigt eine Umfrage, die in Österreich für Furore sorgte. Die verbraucherorientierte Arbeiterkammer testete Netztarife, unter anderem von T-Mobile, für die Urlaubsländer Spanien, Italien, Griechenland, Kroatien und Türkei. Dabei stellte sich heraus: Schon bei einem nicht besonders hohen Datenverbrauch von 200 MB fielen Kosten von 1400 bis 3000 Euro an. Da wird das mobile Internet schnell teurer als der gesamte Urlaub.
Der Grund: Für Datentransfers existieren noch keine einheitlichen Regeln in der Europäischen Union. Jeder Anbieter kann noch machen, was er möchte. Besonders übel daran ist: Meistens merkt der Nutzer gar nicht, wie viel Geld er verbrennt, weil er seinen Datenverbrauch im Ausland nur sehr schwer kontrollieren kann.
Aufpassen sollten auch mobile Internetnutzer, die in Grenznähe wohnen, warnen Verbraucherschützer. Immer wieder komme es vor, dass ungewollt und unbemerkt in ausländischen Handy-Netzen gesurft werde. Auch da steigt die Rechnung schnell auf 1000 Euro.
Derutschland wird (noch) vom Kartell der Internet - Haie beherrscht
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 03.09.2007, 20:51 Uhr
Abzocke!
(joerg.albert)
- 04.09.2007, 00:25 Uhr
Erfolg durch Wildwest-Manieren ?
(KFrieder1)
- 07.09.2007, 00:06 Uhr
Besser auch als manches Hotel
Rolf Zinner (RolfZinner)
- 07.09.2007, 14:39 Uhr