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Umstrukturierung Siemens verkauft Computerwartung an Fujitsu-Siemens

21.12.2005 ·  Mit dem Verkauf der Computerwartung an Fujitsu-Siemens unternimmt Konzernchef Kleinfeld einen Schritt zur Sanierung der verlustträchtigen Tochter SBS. Diese trennt sich damit von 5000 Beschäftigten.

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Der Siemens-Konzern verkauft die Gerätewartung seiner Tochtergesellschaft Siemens Business Services (SBS) zum 1. April 2006 an das Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu-Siemens. Damit hat Vorstandschef Klaus Kleinfeld einen Schlußstrich unter das Kapitel der verlustreichen Sparte des Informationstechnik-Dienstleisters SBS gezogen. Seit Jahren hat das sogenannte Geschäft mit Produktnahen Dienstleistungen (PRS), zu denen das Wartungsgeschäft für Computersysteme gehört, nur Verluste angehäuft und zur Schieflage der SBS beigetragen.

PRS wird künftig nicht mehr in der Siemens-Konzernbilanz konsolidiert. Siemens trennt sich damit auf einen Schlag von rund 5000 Beschäftigten. Mit den produktnahen Diensten (Product Related Services) wurde zuletzt ein Umsatz von 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit fast ein Viertel des Gesamtumsatzes von 5,4 Milliarden Euro der SBS. Das Geschäftsfeld war aber gleichzeitig auch für einen erheblichen Teil der SBS-Verluste verantwortlich. Insgesamt summierten sich die Verluste von SBS im vergangenen Geschäftsjahr auf 690 Millionen Euro.

„Kern einer neuen Service-Einheit“

Der Verkauf an den Computerhersteller Fujitsu-Siemens war allgemein erwartet worden. Für Kleinfeld lag der Verkauf an den Partner nahe, denn der größte europäische Computerhersteller gehört Siemens und dem japanischen Fujitsu-Konzern jeweils zur Hälfte. Zum Kaufpreis wurden am Dienstag keine Angaben gemacht. In einer Telefonkonferenz am Nachmittag kündigte Kleinfeld „einen positiven Einmaleffekt im zweiten Quartal 2006“ an. Eine Größenordnung nannte er nicht. Marktbeobachter gehen davon aus, daß Siemens für die Betreuung von Großrechnern einen Kaufpreis zwischen 200 bis 300 Millionen Euro erreichen könnte.

Bei Fujitsu-Siemens soll PRS als „Ganzes integriert“ werden und „den Kern einer neuen Service-Einheit bilden“, hieß es. „Wir freuen uns, mit Fujitsu-Siemens den richtigen Partner gefunden zu haben, der sein Portfolio auf diesem Feld nachhaltig stärken will“, sagte Kleinfeld. In der Tat dürfte für Fujitsu-Siemens das SBS-Geschäftsfeld von strategischer Bedeutung sein. Fujitsu-Siemens tritt auf dem Markt künftig nicht nur als reiner Hardware-Verkäufer auf, sondern kann nun auch Wartungsdienste für Großkunden anbieten. Zudem sind zahlreiche PRS-Wartungskunden gleichzeitig auch Kunden von Fujitsu-Siemens. Insofern wäre ein Verkauf des Wartungsgeschäfts an einen Konkurrenten nachteilig für Fujitsu-Siemens gewesen. Denn dann hätten Wettbewerber über die PC-Wartung möglicherweise Einblicke in die Technologie von Fujitsu-Siemens-Computer erhalten.

Weitere Sanierungsmaßnahmen

Siemens-Chef Kleinfeld ist mit dem Verkauf seinem Ziel näher gekommen, SBS nachhaltig zu sanieren. Er hat nach seinem Amtsantritt vor einem Jahr den Konzernteilen bis April 2007 ehrgeizige Margenziele gesetzt, von denen SBS noch weit entfernt ist. „SBS wird sich jetzt voll auf die Sanierung und Weiterentwicklung des Kerngeschäfts fokussieren“, sagte Kleinfeld. Erste Sanierungsschritte hat Kleinfeld bereits eingeleitet. Zusätzlich zum Abbau von 950 Stellen wird SBS in Deutschland 2400 und im Ausland weitere 3000 Stellen streichen. Bei SBS verbleiben dann etwa 34.000 Beschäftigte in der Welt. Kleinfeld hatte nach enormen Verlusten angekündigt, bis 2007 die Kosten bei SBS um 1,5 Milliarden Euro zu drücken.

Quelle: hpe., F.A.Z., 22.12.2005, Nr. 298 / Seite 13
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