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Umstrittenes Internetunternehmen Unister-Geschäftsführer kündigt Rücktritt an

 ·  Gründer und Geschäftsführer Thomas Wagner wird in den kommenden Wochen von seinem Amt zurücktreten. Die laufenden Ermittlungen gegen sein Unternehmen mit den Portalen „fluege.de“ und „ab-in-den-urlaub.de“ sollen dabei keine Rolle gespielt haben, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens.

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Der Gründer der Leipziger Unister Holding GmbH hat seinen Rückzug als Geschäftsführer des Unternehmens angekündigt, das unter anderem die Reiseportale fluege.de und ab-in-den-urlaub.de betreibt. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung wird Wagner in die Funktion des „Direktors für Strategie und Produktentwicklung“ wechseln. Wer ihm als Geschäftsführer nachfolgt, ist noch nicht ausgemacht. Ein Nachfolger solle „in Kürze“ bekannt gegeben werden, hieß es weiter. Die Gesellschafterstruktur von Unister bleibe unverändert „Ich möchte mich zukünftig auf das konzentrieren, was mir selbst immer am meisten Freude gemacht hat: Die Weiterentwicklung unserer Portale und Geschäftsbereiche“, äußerte sich Wagner in der Mitteilung. Aus dem Umfeld des Unternehmens verlautete, dass der plötzliche Wechsel nichts mit den laufenden Ermittlungen gegen Unister zu tun habe.

Derzeit ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden gegen Wagners Unternehmen wegen unbefugter Geschäftstätigkeit nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz und damit einhergehender Steuerhinterziehung. Unister soll ohne Erlaubnis ein Versicherungsgeschäft betrieben haben, indem das Unternehmen auf seinen Reiseportalen ein Produkt namens „Flexifly“ angeboten hat. Kunden, die auf Unister-Portalen buchten, konnten sich so gegen Gebühren versichern, die im Falle einer Stornierung ihres Flugs anfallen. Daraus soll ein Steuerschaden in Höhe von einer Million Euro entstanden sein. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft als unverhältnismäßig kritisiert.

Am 11. Dezember hatten drei Staatsanwälte und 130 Polizeibeamte das Unternehmen durchsucht. Die Razzia stand unter Federführung  der auf Wirtschaftskriminalität spezialisierten „Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES)“. Zunächst nahmen die Ermittler zwei Manager wegen Verdunklungs- und Fluchtgefahr fest. Gegen einen dritten Manager wurde kurz danach ein Haftbefehl wegen Verdunklungsgefahr vollstreckt.

Laut einer Pflichtmitteilung der zu Unister gehörenden Travel24.com AG handelte es sich bei zwei der Festgenommenen um ein Vorstandsmitglied und den Aufsichtsrat der börsennotierten Gesellschaft. Wer die dritte Person war, die wegen der Ermittlungen in Haft saß, wurde nie offiziell bestätigt. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll Thomas Wagner selbst in Haft gesessen haben. Alle Festgenommenen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

In einem schriftlich geführten Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte Thomas Wagner erklärt, die Vorwürfe seien unbegründet. „Ich bin sicher, dass sich die aktuellen Vorwürfe aufklären werden“, äußerte Wagner damals. Wegen der Ermittlungen hatte der Reiseveranstalter Tui Deutschland angekündigt, die Kooperation mit Unister mit sofortiger Wirkung zu beenden.

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