13.10.2006 · Rund 1500 Mitarbeiter der Telekom-Tochter T-Systems haben sich am Freitag an Warnstreiks beteiligt. Dabei geht es nicht nur um mehr Lohn und Gehalt. Auch der drohende Stellenabbau steht im Vordergrund.
Der Tarifstreit bei der Telekom-Tochter T-Systems hat sich weiter verschärft. Rund 1500 Mitarbeiter beteiligten sich am Freitag an neuen Warnstreiks, wie eine Sprecherin der Dienstleistungs-gewerkschaft Verdi mitteilte. Betroffen waren Standorte in sechs Bundesländern, darunter Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main.
Damit sollte der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden, die am Freitag in Bonn die entscheidende Runde der Verhandlungen mit den Gewerkschaften aufnahmen. Es geht um die Forderung nach mehr Lohn und einen drohenden Stellenabbau. Bereits am Donnerstag hatten an kleineren Standorten der Telekom-Tochter etwa 200 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Warnstreiks gab es am Freitag in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Saarland, Hamburg und Berlin. Allein in Berlin beteiligten sich an mehreren Standorten rund 300 Mitarbeiter an den Arbeitsniederlegungen.
Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt
Zugleich begann in Bonn für den Bereich T-Systems Enterprise Services die fünfte Verhandlungsrunde. Beim Schwesterbereich T-Systems Business Services soll am Montag in Frankfurt am Main die entscheidende Runde beginnen. Insgesamt betreffen die Verhandlungen nach Gewerkschaftsangaben rund 40.000 Beschäftigte.
Verdi fordert bei den Verhandlungen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Warnstreiks richten sich derzeit aber auch gegen einen geplanten Stellenabbau bei T-Systems. Spartenchef Lothar Pauly hatte kürzlich gesagt, bei Business Services fielen demnächst 1600 Stellen zusätzlich weg. Bisher hatte T-Systems die Streichung von 5500 Stellen angekündigt.
Arbeitnehmer fürchten weitere Einschnitte
Hintergrund der Proteste ist auch die Ankündigung der Telekom, im gesamten Konzern bis 2008 rund 27.000 Stellen zu streichen, vor allem beim Festnetzbereich T-Com. Nach der Ankündigung eines Sparplans fürchten die Arbeitnehmer weitere Einschnitte. Die Details des Sparplans sollen im November bekannt gegeben werden.
Wegen eines starken Preisverfalls in Deutschland strebt die T-Systems-Führung einen Ausbau des internationalen Geschäfts an. So sollen unter anderem Stellen nach Osteuropa oder Indien verlagert werden. T-Systems will bis zum Jahr 2010 rund ein Drittel seines Umsatzes im Ausland machen. Heute liegt der Anteil noch bei knapp unter 20 Prozent. T-Systems Business Services ist für die Betreuung von Geschäftskunden der Deutschen Telekom zuständig, T-Systems Enterprise Services ist der größte IT-Dienstleister auf dem deutschen Markt.
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