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Telekommunikation Teurere Telefonate in Stadtnetze

02.05.2005 ·  Seit Sonntag ist das einheitliche Preisgefüge dahin, das den deutschen Telekommunikationsmarkt bisher geprägt hat. Seither erhebt die Telekom für Gespräche zu Anschlüssen von Stadtnetzbetreibern einen Zuschlag.

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Seit Sonntag ist das einheitliche Preisgefüge, das den deutschen Telekommunikationsmarkt bisher geprägt hat, dahin. Seither erhebt die Deutsche Telekom für Gespräche zu Anschlüssen vieler Stadtnetzbetreiber einen Zuschlag von rechnerisch 0,2 Cent in der Minute.

Hintergrund dieser selektiven Anhebung der Telefonpreise ist eine Entscheidung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) vom 21. September 2004. Diese hatte den Stadtnetzbetreibern erlaubt, für die Ablieferung der Gespräche aus dem Telekomnetz zu ihren Kunden ein rund 25 Prozent höheres Entgelt zu verlangen, als die Telekom von den Stadtnetzbetreibern für Gespräche aus deren Netzen erhält. Kurz gesagt: Die Ablieferung dieser Gespräche in die Stadtnetze wurde für die Telekom teurer. In der Fachsprache bezeichnet man diese Diskrepanz als ",nicht reziproke Terminierungsentgelte".

Telekom gibt Aufschlag an Kunden weiter

Diesen Preisunterschied gibt die Telekom jetzt an ihre Kunden weiter. Der Zuschlag gilt für die Kundenanschlüsse von mehr als 30 alternativen Telekommunikationsanbietern, die die erhöhten Terminierungsentgelte von der Telekom verlangen. Unter der Rufnummer 0800 33 0 9576 können sich die Telekom-Kunden darüber informieren, ob dieser Zuschlag für eine bestimmte Nummer erhoben wird. Auch die 01058 Telekom und ihre Tochtermarken wie zum Beispiel Callax oder 01029 rechnen Gespräche zu Anschlüssen außerhalb des Telekomnetzes seit Sonntag zu höheren Tarifen ab. Hier werden - unabhängig davon, ob der Telekom-Wettbewerber die höheren Entgelte selber berechnet - 3,7 Cent pro Minute fällig. Eine Tarifansage am Anfang der Gespräche bezieht sich nach Angaben von 01058 Telecom nur auf Gespräche in das Telekomnetz, worauf ausdrücklich hingewiesen wird.

Auch Call-by-Call-Anbieter erheben Zuschlag

Bei dem Konkurrenten 01051 wartet man hingegen noch ab, ob ein solcher Zuschlag erhoben wird oder nicht. Auch bei Arcor - in dessen Netz bisher keine erhöhten Terminierungsentgelte gezahlt werden müssen - ist eine separate Bepreisung der Telefonate in andere Netze bisher nicht in Kraft. Die RegTP hatte ihre Entscheidung damit begründet, daß die alternativen Teilnehmernetzbetreiber einen Ausgleich für den späteren Start und für die zunächst geringere Kundenzahl im Vergleich zum Marktbeherrscher erhalten sollten. "Derartige Zuschläge können aber nur einen Übergangscharakter besitzen", betonte damals RegTP-Präsident Matthias Kurth. Die Genehmigung der erhöhten Entgelte gilt bis zum 31. Mai 2006, dann wird die RegTP neu entscheiden.

Quelle: jcw., F.A.Z., 02.05.2005, Nr. 101 / Seite 21
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