23.11.2006 · Neuer Cheflobbyist der Telekom wird der Mobilfunkmanager Wolfgang Kopf. Der bisherige Leiter des Bereichs politische Interessenvertretung und Regulierungsgrundsätze, Peter Heinacher, bekommt eine neue Aufgabe.
Peter Heinacher, bisher Cheflobbyist bei der Deutschen Telekom, wird sich künftig um die „gesellschaftspolitische Positionierung“ des Konzerns kümmern. Wie die Telekom mitteilte, wird für diese Aufgabe ein neuer Zentralbereich geschaffen, dessen Leitung Heinacher übernehmen werde. Er soll in der neuen Funktion direkt an den Vorstandsvorsitzenden René Obermann berichten.
Die unerwartet schnelle Betrauung mit einer neuen Führungsaufgabe wird im Konzern als Vertrauensbeweis für Heinacher gewertet, dessen Lobbyarbeit in Regierungskreisen auf Kritik gestoßen war. Dort würden ihm Fehler angekreidet, deren Urheber anderswo zu suchen seien, hieß es. Der langjährige Handelsblatt-Journalist habe an allen wichtigen Regulierungsentscheidungen maßgeblich mitgewirkt, die politische Interessenvertretung in Brüssel und in Berlin ausgebaut und eine konzernweite Regulierungsstrategie entwickelt, so die Telekom in einer offiziellen Mitteilung.
Heinachers alter Posten geht an den Obermann-Vertrauten Wolfgang Kopf, den bisherigen Leiter der politischen Interessenvertretung von T-Mobile. Der in Deutschland und England ausgebildete Jurist arbeitet seit 1995 für die Telekom. Er hat unter anderem die Kartellrechtsabteilung geleitet und in der Expansionsphase des Konzerns dessen Übernahmen kartellrechtlich und regulatorisch betreut. Ab 2001 übernahm er zusätzlich die internationale Interessensvertretung des Telekomkonzerns, bevor er 2003 zu T-Mobile wechselte.
Roland Kittel, der Technikvorstand der Festnetzsparte, wird das Unternehmen dagegen mit sofortiger Wirkung verlassen. Kittel war maßgeblich am Aufbau des neuen VDSL-Glasfasernetzes beteiligt. Vermutet wird, daß ihm Verzögerungen beim Start der neuen Bündelangebote angelastet werden. Sein Nachfolger wird Friedrich Fuß, der bisher für die nationale und internationale technische Infrastruktur der T-Com verantwortlich war. Er ist studierter Nachrichtentechniker und seit 1988 bei der Telekom.
Vor wenigen Tagen hatte bereits der frühere Vertriebsvorstand der T-Com, Achim Berg, seinen Wechsel zu Microsoft bekanntgegeben. Er wird dort das Deutschland-Geschäft leiten. Trotz der Bauernopfer in der zweiten Reihe des Managements wackelt weiterhin auch der Stuhl von Festnetzvorstand Walter Raizner. Mit seinem Ausscheiden wird noch in diesem Jahr gerechnet. Der frühere IBM-Manager war auf Betreiben von Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel zur Telekom gekommen.
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