09.11.2006 · „Klar auf Kurs“ sieht Kai-Uwe Ricke seine Telekom. Der Konzern hat im dritten Quartal die Erwartungen von Analysten leicht übertroffen. Düster sieht es aber noch in den Sparten Festnetz und Geschäftskunden aus.
Europas größter Telekommunikationskonzern Deutsche Telekom hat im dritten Quartal die Erwartungen von Analysten leicht übertroffen und seine Prognosen für 2006 und 2007 bekräftigt. Wie der Konzern am Donnerstag in Bonn mitteilte, stieg der Umsatz von Juli bis September 2006 getrieben vom Mobilfunkgeschäft im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 15,48 Milliarden Euro.
Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um 7,3 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zurück. Netto verdiente der Konzern 1,95 Milliarden Euro. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten für das dritte Quartal im Durchschnitt mit einem Umsatz von 15,34 Milliarden Euro und einem bereinigten Ebitda von 4,98 Milliarden Euro gerechnet.
„Klar auf Kurs“
„Wir liegen nach den ersten neun Monaten 2006 klar auf Kurs, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen“, sagte Konzernchef Kai-Uwe Ricke. Die neuen Tarife im Breitband- und Festnetzgeschäft (T-Com) sowie im Mobilfunk griffen. Für 2006 erwartet die Telekom einen Umsatz von 61,5 bis 62,1 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebitda von 19,2 bis 19,7 Milliarden Euro. 2007 soll der Umsatz moderat wachsen. Das bereinigte Ebitda soll im kommenden Jahr einschließlich des dann in die Bilanz einbezogenen polnischen Mobilfunkanbieters PTC bei 19,7 bis 20,2 Milliarden Euro liegen.
Die Investitionen sollen 2006 neun Milliarden Euro betragen und 2007 netto 7,5 bis acht Milliarden Euro. Ausschlaggebend für das Wachstum im Konzern war erneut das Mobilfunkgeschäft, das im dritten Quartal um 6,8 Prozent wuchs. Mit 52 Prozent leistete der Mobilfunk den größten Umsatzbeitrag im Konzern. T-Mobile gewann in Deutschland 236.000 Kunden hinzu, damit jedoch weniger als von Analysten erwartet, die von 255.000 ausgegangen waren. In den Vereinigten Staaten entschieden sich im dritten Quartal 802.000 Kunden für T-Mobile, hier hatten Analysten mit 842.000 gerechnet.
T-Com und T-Systems mit geringerem Umsatz
Sowohl die T-Com als auch die Geschäftskundensparte T-Systems verloren Umsatz. Beim bereinigten Ebitda büßten sogar alle drei Sparten ein. Ricke hatte vor drei Monaten einräumen müssen, die Wachstumsaussichten im Inland überschätzt zu haben. Die neuen Angebote sollen helfen, Marktanteile zu verteidigen.
Sie sind Teil eines Sieben-Punkte-Plans, mit dem Ricke die Telekom bis 2010 zu Europas ertragreichstem Unternehmen der Branche machen will. Ricke kündigte an, bis dahin fünf Milliarden Euro einsparen zu wollen, für bis zu 4,7 Milliarden Euro gebe es auch schon konkrete Maßnahmen. Bereits im kommenden Jahr liege das Einsparvolumen bei zwei Milliarden Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.379,21 | −1,07% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2453 | −0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 105,92 $ | −0,87% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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