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Telekommunikation Stellengarantie für die Handysparte

06.06.2005 ·  Nun ist es offiziell: Das Elektronikunternehmen Benq aus Taiwan übernimmt das Mobiltelefongeschäft von Siemens und damit Tausende Beschäftigte. Es soll Garantien für deutsche Arbeitsplätze geben.

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Siemens hat offiziell die Übernahme seines Mobilfunkgeschäfts durch den taiwanesischen Konzern Benq bekanntgegeben. Das Geschäft solle im Verlauf des vierten Quartals des Siemens Geschäftsjahres 2005 abgewickelt werden, teilte Siemens am Dienstag mit. Dem Geschäft müßten noch die Kartellbehörden sowie die Benq Hauptversammlung zustimmen. Angeblich hat Siemens mit Benq eine Garantie über fünf Jahre für die 6.000 deutschen Arbeitsplätze vereinbart, wie es in der Branche heißt.

Andere Interessenten hätten dagegen auf einem deutlichen Arbeitsplatzabbau bestanden: Der amerikanische Konkurrent Motorola verlangte nach diesen Informationen das Streichen von 4.500 Stellen, Ningbo Bird, der chinesische Vertriebspartner von Siemens, 5.000 Stellen und Finanzinvestoren (Private-Equity-Gesellschaften) sogar bis zu 5.500. Siemens hätte in diesen Fällen mit heftigem Widerstand der Mitarbeiter und der IG Metall rechnen müssen.

In der Branche ist zu hören, vor allem der Aufsichtsrat mit dem Vorsitzenden Heinrich von Pierer sei an einer Lösung mit dem Erhalt der deutschen Arbeitsplätze stark interessiert. Vor dem Hintergrund der „Heuschrecken-Debatte“ in Deutschland sei deshalb ein Verkauf an Private-Equity-Gesellschaften nicht in Frage gekommen. „Der Wille zur Restrukturierung war im Vorstand größer“, sagte ein Kenner des Unternehmens.

Auch am Montag wiederholten die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat von Siemens ihre Forderung, der Konzern müsse die Handy-Sparte sanieren und dürfe sich nicht zurückziehen. Auf der Internet-Seite des Manager-Magazins hieß es, die Kooperation mit der Handysparte von Siemens solle in ein bis zwei Jahren in eine vollständige Übernahme durch Benq münden. Bestätigt wurde der F.A.Z. die Information, daß die schnurlosen Festnetztelefone, ein profitables Geschäft, bei Siemens bleiben sollen.

Der Aufsichtsrat von Siemens war am Montag nachmittag wie angekündigt über die Partnersuche für das verlustreiche Mobiltelefongeschäft informiert worden. Ein Ergebnis ist allerdings noch nicht bekannt. Da Ad-hoc-plichtige Tatsachen unverzüglich veröffentlicht werden müssen, war zunächst noch unklar, ob eine Partnerschaft mit Benq schon beschlossen worden ist.

Der Aktienkurs spiegelt neuen Optimismus. Während der Dax 0,3 Prozent tiefer bei 4497 Punkten schloß, war Siemens der größte Gewinner mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 61,21 Euro.

Quelle: him., F.A.Z., 7. Juni 2005
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Von Heike Göbel

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