02.04.2008 · Das Telefonieren mit dem Handy dürfte spätestens im kommenden Jahr billiger werden. Grund sind weiter sinkende Preise für die Zustellung von Gesprächen in die Mobilfunknetze. „Eine Absenkung der Entgelte ist möglich“, sagte Matthias Kurth, der Präsident der Bundesnetzagentur.
Das Telefonieren mit dem Handy dürfte spätestens im kommenden Jahr billiger werden. Grund sind weiter sinkende Preise für die Zustellung von Gesprächen in die Mobilfunknetze (Terminierungsentgelte). „Eine Absenkung der Entgelte ist möglich“, sagte Matthias Kurth, der Präsident der Bundesnetzagentur. Zuletzt hatte die Behörde im Dezember vorigen Jahres eine Kürzung der Verbindungspreise um 10 Prozent angeordnet.
Die neuen Gebühren von knapp 8 Cent für T-Mobile und Vodafone sowie 8,8 Cent für Verbindungen in die Netze von E-Plus und O2 gelten bis Ende März 2009. Schon die steigende Netzauslastung durch wachsenden Datentransfer und mehr Gesprächsminuten im Mobilfunk schafften Spielraum für weitere Preissenkungen, erläuterte Kurth. Das von der Europäischen Kommission genannte Ziel, die Entgelte auf 1 bis 1,5 Cent in der Minute zu drücken, sei allerdings „nicht sachgerecht“. Unterschiedliche rechtliche Bedingungen und Kosten, zum Beispiel durch die Abschreibungen auf UMTS-Lizenzen, stünden einer europäischen Harmonisierung entgegen. „Wir können uns in der EU auf Regulierungsprinzipien verständigen, nicht auf Ergebnisse“, sagte Kurth.
Über Klage der Mobilfunkanbieter wird noch entschieden
Ganz und gar nicht einverstanden mit der Absicht, die Höhe der Terminierungsentgelte von der Bundesnetzagentur vorab festsetzen zu lassen, sind die Mobilfunkanbieter. Sie haben daher gegen die Entscheidung der Behörde geklagt und sich im März 2007 vor dem Verwaltungsgericht Köln auch durchgesetzt. Seit Mittwoch dieser Woche wird jetzt die Revision des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt. Sollten sich die Mobilfunkanbieter durchsetzen, könnten auf die Festnetzgesellschaften Nachforderungen in Milliardenhöhe zukommen. Näheres will das Gericht an diesem Donnerstag bekanntgeben.
Die Mobilfunknutzung insgesamt ist in Deutschland im vorigen Jahr rasant gestiegen. Die Gespräche vom Handy summierten sich auf rund 68 Milliarden Minuten – ein Zuwachs um etwa 20 Prozent. Verdoppelt hat sich nach Angaben der Netzagentur das über den Mobilfunk übertragene Datenvolumen. Dazu hat vor allem die stark gestiegene Verbreitung von UMTS-fähigen Handys und Laptop-Karten beigetragen. Fast neun Millionen dieser Geräte waren Ende 2007 in Betrieb. Obwohl rein statistisch inzwischen jeder Deutsche fast 1,2 Handys besitzt, sei das Wachstumspotential des Mobilfunks noch längst nicht ausgeschöpft, widersprach Kurth dem Eindruck, dass die Grenzen des Wachstums erreicht seien.
Netzagentur rechnet mit sinkendem Festnetzanteil
10 Prozent aller deutschen Haushalte verzichten schon ganz auf das Festnetztelefon, und die Netzagentur rechnet damit, dass dieser Anteil, ähnlich wie in anderen EU-Ländern, rasch weiter steigen wird, wenn Handy-Flatrates den Wettbewerb zusätzlich anheizen. Kurth mahnte die Netzbetreiber, auch für mobile Datendienste kundenfreundlichere Angebote zu entwickeln und die Preise zu senken. Anderenfalls liefen sie Gefahr, dass auch in diesen Markt regulierend eingegriffen werde. Die Europäische Kommission prüft schon gesetzliche Schritte, um eine Senkung der Preise für grenzüberschreitende Datenverbindungen (Roaming) zu erzwingen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,95 | −1,16% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2449 | −0,31% |
| Rohöl Brent Crude | 105,75 $ | −1,03% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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