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Telekommunikation Schonfrist für die Handy-Sparte von Siemens

21.01.2005 ·  Siemens wird nach Aussagen von Vorstandschef Pierer seinen Aktionären auf der Hauptversammlung am kommenden Donnerstag noch keine abschließende Strategie für das kriselnde Handy-Geschäft präsentieren.

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Siemens hat Erwartungen einer schnellen Entscheidung über das Schicksal seiner Handy-Sparte gedämpft. „Es wäre übertrieben, schon auf der Hauptversammlung am kommenden Donnerstag ein endgültiges Ergebnis zu erwarten“, sagte der scheidende Konzernchef Heinrich von Pierer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Seinen Worten zufolge gibt es nach wie vor vier Optionen: „sanieren, verkaufen, schließen oder kooperieren“ mit einem Konkurrenten. Auf die Frage, ob eine Schließung wirklich eine Alternative sei, sagte Pierer: „Mit einer Schließung würde viel Wert vernichtet - allein die Marke Siemens ist unerhört wertvoll. Außerdem müssen wir an unsere Mitarbeiter denken. Wir haben exzellente Entwicklungsingenieure und gute Fabriken.“

Pierer, der Siemens seit 1992 leitet, übergibt am kommenden Donnerstag die Leitung des drittgrößten deutschen Industriekonzerns an seinen Nachfolger Klaus Kleinfeld. Der 47jährige hatte erfolgreich das Amerika-Geschäft saniert und baute eine hauseigene Unternehmensberatung auf. Seit Anfang vergangenen Jahres ist er für die Handy- und Kommunikationssparte zuständig.

Widerstand der Gewerkschaften

Die Pläne einer möglichen Schließung des Handy-Bereichs stoßen auf starken Widerstand der Gewerkschaften. Um ihre Arbeitsplätze bei der Handy-Sparte von Siemens zu sichern, hatten die Beschäftigten in den nordrhein-westfälischen Werken Kamp-Lintfort und Bocholt erst im vergangenen Juni eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich akzeptiert. Siemens verzichtete im Gegenzug auf die Verlagerung von 2000 Stellen nach Ungarn und gab den Beschäftigten beider Werke eine zweijährige Bestandsgarantie.

Siemens hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 (zum 30. September) in seiner Handy-Sparte einen operativen Verlust von 152 Millionen Euro eingefahren. Eine Software-Panne bei einem wichtigen neuen Modell hatte die Münchener belastet - zudem drücken hohe Kosten und eine zu langsame Entwicklung.

Das vollständige Interview lesen Sie am Freitag, 21. Januar, im Wirtschaftsteil der F.A.Z.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP und Reuters
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Von Heike Göbel

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