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Telekommunikation Nokia und Siemens sind die Verlierer auf dem Handy-Markt

02.08.2004 ·  Der Weltmarkt für Mobiltelefone ist nach einer saisonalen Schwäche zu Jahresbeginn im zweiten Quartal wieder kräftig gewachsen. Die asiatischen Hersteller legen kräftig zu.

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Der Weltmarkt für Mobiltelefone ist nach einer saisonalen Schwäche zu Jahresbeginn im zweiten Quartal wieder kräftig gewachsen. Die Zahl der verkauften Handys stieg im Jahresvergleich um rund 37 Prozent auf fast 164 Millionen, hat das amerikanische Marktforschungsunternehmen IDC ermittelt.

Die Machtverhältnisse im Handy-Markt schwankten im zweiten Quartal abermals sehr stark. Die Hersteller Samsung, Sony-Ericsson und LG Electronics haben ihre Marktanteile kräftig ausgeweitet. Dagegen ging die Talfahrt des Weltmarktführers Nokia weiter: Nach IDC-Berechnungen haben die Finnen zwischen April und Juni weitere 1,6 Prozentpunkte gegenüber dem ersten Quartal verloren und erreichen nur noch einen Anteil von 27,7 Prozent am Weltmarkt. In Spitzenzeiten hatte Nokia rund 38 Prozent des Weltmarktes besetzt.

Motorola-Renaissance wohl auch beendet

Auch Siemens verliert rasant Anteile: Im Vergleich zum ersten Quartal rutschten die Münchner um 2 Prozentpunkte auf nur noch 6,4 Prozent Marktanteil ab. Vom erklärten Ziel, 10 Prozent Anteil zu erreichen, entfernt sich das Unternehmen immer weiter. Motorola hat nach einigen erfolgreichen Quartalen ebenfalls an Boden verloren. Die Amerikaner konnten ihren zweiten Platz in der Weltrangliste nur knapp vor Samsung verteidigen.

Für IDC-Analyst David Linsalata sind die starken Schwankungen kein Zufall: "Samsung und LG haben gezeigt, wie man mit kreativen Mittelklassemodellen Marktanteile gewinnen kann. Dagegen verfolgen Nokia und Siemens konservative Strategien, die aus einer Zeit stammen, als der Wettbewerb noch nicht so hart war", sagt Linsalata und fügt einen Rat hinzu. "Diese Anbieter sollten sich die Kundenwünsche besser anschauen." Er meint damit vor allem Klapphandys, die immer mehr Anhänger finden.

2004 könnte Rekordjahr werden

Im Juni hatte Nokia erstmals Klapphandys vorgestellt, die in der zweiten Jahreshälfte verlorenen Boden gutmachen sollen. Viele Erstanschaffungen in den Schwellenländern und hohe Ersatzkäufe in den Industrieländern können 2004 abermals zu einem Rekordjahr für die Handy-Branche werden lassen. Nach einer neuen Schätzung des britischen Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics werden in diesem Jahr 670 Millionen Handys in aller Welt verkauft. Bisher war das Marktforschungsinstitut von 586 Millionen verkauften Mobiltelefonen ausgegangen.

PDAs im Blackberry-Aufschwung

Nach zehn Quartalen ohne Wachstum erleben auch die sogenannten persönlichen digitalen Assistenten (PDA) wieder einen Aufschwung. Der Absatz dieser Taschencomputer, mit denen sich unterwegs Termine verwalten, Adressen speichern und Dokumente bearbeiten lassen, ist im zweiten Quartal um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 2,75 Millionen Stück gestiegen.

Der Aufschwung geht fast alleine auf das Konto des Blackberry, das vom kanadischen Unternehmen Research in Motion (RIM) hergestellt wird. Der Absatz legte binnen Jahresfrist um fast 290 Prozent auf 510000 Geräte zu, hat das Marktforschungsunternehmen Gartner herausgefunden. Der Blackberry empfängt E-Mails in Echtzeit und hat sich zum Kultobjekt im Geschäftsleben durchgesetzt. "Die Ergebnisse zeigen einen stetigen Wandel von einem vorwiegenden Konsumentenmarkt zu einem Markt, in dem mehr als ein Drittel aller PDAs von Unternehmen gekauft werden", sagte Gartner-Analyst Todd Kort. Klarer Marktführer in diesem Segment bleibt das amerikanische Unternehmen Palm One, dessen Geräte dieses Segment erst begründet haben.

Besonders stark ist die Nachfrage nach diesen Taschencomputern in Europa gestiegen. Das britische Marktforschungsunternehmen Canalys hat für Europa, den Mittleren Osten und Afrika einen Zuwachs von 32 Prozent ermittelt. Neben dem Blackberry haben die Geräte, die von den Mobilfunkunternehmen T-Mobile und O2 unter eigenen Namen auf den Markt gebracht werden, kräftige Zuwächse erreicht. "Die Zahlen zeigen ein signifikantes Potential für diese Computer in Europa. Die schlechten Nachrichten im Markt kommen aus anderen Teilen der Welt", sagte Canalys-Analyst Chris Jones. Allerdings seien nicht alle Anbieter erfolgreich: "Hardwareanbieter haben den Eintritt in den Markt versucht - aber mit wenig Erfolg. Ihnen fehlten die guten Beziehungen zu den Mobilfunkunternehmen. Letztlich haben nur RIM und die Mobilfunker selber Erfolge in diesem Markt erzielt", sagte Jones.

Quelle: ht., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2004, Nr. 177 / Seite 12
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Von Heike Göbel

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