13.01.2004 · T-Mobile-Kunden können sich vom 2. Februar an ohne monatliche Grundgebühr für ein Minutenpaket zu einem festen Preis entscheiden. Der Mobilfunkbetreiber hofft auf mehr Umsatz pro Kunde.
Der größte inländische Mobilfunkbetreiber T-Mobile Deutschland führt Anfang Februar monatliche Preispakete ein, bei denen keine Grundgebühr anfällt und nicht nach Haupt- und Nebenzeiten unterschieden wird.
Von den neuen Minutenbudgets unter dem Namen Relax profitiere die Mehrheit der Kunden, denn sehr viele Nutzer telefonierten vorwiegend tagsüber und während der Woche, erklärte das Unternehmen am Dienstag in Bonn. Das Tarifsystem zeichne sich durch Einfachheit und Transparenz aus und werde dazu beitragen, das Mobilfunkgeschäft zu beleben und die eigene Marktführerschaft zu festigen. "Die Tarife sind einfach und ermöglichen entspanntes Telefonieren ohne den Gebührenzähler im Kopf“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung von T-Mobile-Deutschland, Timotheus Höttges.
Preispakete nicht für SMS-Versand
Am 2. Februar werden Pakete zu 50, 100, 200 oder 500 Telefonminuten angeboten. Diese kosten 15, 25, 50 und 100 Euro. Der Minutenpreis liegt damit bei Relax 50 bei 30 Cent, bei Relax 100 und 200 bei 25 Cent und bei Relax 500 bei 20 Cent. Dabei ist es egal, zu welcher Zeit der Kunde telefoniert: Die Preise sind werktags wie am Wochenende und tagsüber wie abends oder in der Nacht immer gleich. Dafür können Gespräche ins deutsche Festnetz, innerhalb des deutschen T-Mobile-Netzes, zu Mobilbox und bei Relax 200 und 500 auch in andere inländische Mobilfunknetze geführt werden. Ist das Budget ausgeschöpft, gelten Minutenpreise ab 0,25 Euro.
„Reif für einen Richtungswechsel“
Der Versand der vor allem bei jungen Leuten beliebten Textnachrichten (SMS) ist in den neuen Tarifen nicht enthalten. Jede SMS kostet dort 0,19 Euro zusätzlich. T-Mobile werde aber weitere neue Tarife entwickeln, in denen auch SMS- und Datendienste enthalten seien.
„Wir sind der Überzeugung, daß der Markt reif ist für einen Richtungswechsel bei den Mobilfunktarifen, weg von komplizierten Tarifdetails", sagte Höttges. „68 Prozent unserer jüngst befragten Kunden gaben an, daß sie aufgrund der Kosten ihre Mobilfunknutzung bewußt einschränken", fügte Marketing-Chef Martin Knauer hinzu. 41 Prozent würden bisher aus Kostengründen regelmäßig erst in den günstigeren Abendstunden mobil telefonieren oder Gespräche möglichst ins Festnetz verschieben. In vielen anderen Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien bestimmen Tarife mit Minutenbudgets schon lange den Markt. Die durchschnittliche Mobilfunk-Nutzung liegt in diesen Ländern pro Kunde deutlich höher als in Deutschland. Derzeit erwirtschaftet T-Mobile in Deutschland im Schnitt jeden Monat 25 Euro pro Mobilfunkkunde. In Österreich liegt dieser Betrag jedoch bei 32 Euro, in den Niederlanden gar bei 38 Euro.
Umsatzsteigerung erwartet
Seine Hoffnungen auf Umsatzsteigerungen durch die neuen Tarife stützt T-Mobile nach eigenen Angaben auf den großen Erfolg des im August eingeführten Aktionstarifs Telly100, der ebenfalls auf Minutenbudgets basiert. Die Mobilfunknutzung der Telly100-Kunden habe signifikant zugenommen, sagte Höttges. „Die Kostentransparenz führt zu einem gesteigerten Einsatz des Handys", so sein Fazit. „Natürlich erwarten wir eine Steigerung des Umsatzes pro Kunde durch diese Initiative."
Mit den neuen Tarifen zielt T-Mobile vor allem auf seine Prepaid-Kunden, denen der Wechsel in eine feste Vertragsbindung schmackhaft gemacht werden soll. Bislang verbucht T-Mobile im Schnitt elf Euro pro Monat mit jedem Prepaid-Kunden. In Deutschland hält der Bonner Anbieter fast 50 Prozent des Prepaid-Marktes.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,95 | −1,16% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2449 | −0,31% |
| Rohöl Brent Crude | 105,75 $ | −1,03% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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