11.08.2005 · Das starke Wachstum beim Mobilfunk hat der Deutschen Telekom Gewinnzuwächse beschert. Der Nettogewinn des Unternehmens sprang im zweiten Quartal um 63 Prozent auf 943 Millionen Euro - weniger als erwartet.
Die Deutsche Telekom hat dank ihrer amerikanischen Mobilfunksparte im zweiten Quartal Umsatz und operativen Gewinn gesteigert und mit dem größten Mobilfunkkunden-Zuwachs aller Anbieter in Deutschland die Erwartungen deutlich übertroffen.
Getrübt wurde das Bild von einem überraschend geringen Nettogewinn. Europas größter Telekommunikationskonzern erzielte zwar einen um 63 Prozent höheren Überschuß von 943 Millionen Euro, wie die Telekom am Donnerstag mitteilte. Der lag jedoch aufgrund von steuerlichen Effekten deutlich unter der durchschnittlichen Analystenerwartung von 1,2 Milliarden Euro.
Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) - die zentrale Ertragsgröße - stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent auf 5,23 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen leicht. Die Verbesserung sei vor allem auf die Mobilfunksparte zurückzuführen. Mit einem leicht über den Erwartungen liegenden Kundenzuwachs von 972.000 im zweiten Quartal trug T-Mobile USA auch wesentlich zum Umsatzwachstum des Konzerns bei. Die Telekom steigerte den Erlös um 2,6 Prozent auf 14,75 Milliarden Euro.
T-Mobile macht Rückgang im Festnetz wett
T-Mobile gewann in Deutschland 623.000 Kunden und damit weit mehr als die erwarteten 253.000. Auch die Ebitda-Marge im Inland lag mit 42,5 Prozent über der operativen Rendite im ersten Quartal (39,8 Prozent). Der größte deutsche Mobilfunknetzbetreiber hatte im Rahmen seiner neuen Strategie unter anderem die Subventionen für Endgeräte zurückgefahren und in den ersten drei Monaten deshalb nur 89.000 Kunden gewonnen. „Das Kundenwachstum in Deutschland ist zwar eine schöne Zahl, aber die Umsätze sind immer noch recht schwach“, sagte Analyst Hannes Wittig von Dresdner Kleinwort Wasserstein in einer ersten Reaktion. „Insofern muß man hoffen, daß sich diese Kunden auch später in Umsätzen niederschlagen.“
Der Außenumsatz von T-Mobile International stieg im zweiten Quartal um 9,3 Prozent auf 6,96 Milliarden Euro und traf damit annähernd die Erwartungen. Der Umsatzzuwachs von T-Mobile machte den Rückgang in der integrierten Sparte Breitband/Festnetz wett. Die Außenumsätze von T-Com und der Internettochter T-Online sank unter anderem durch geringere Verbindungspreise und neuer Tarife im Quartal um drei Prozent auf 5,44 Milliarden Euro (Gewinn von T-Online bricht ein ). Analysten hatten 5,49 Milliarden Euro erwartet. Teilweise konnten diese Effekte durch wachsende Umsätze mit Breitbandanschlüssen kompensiert werden. Doch lagen die 367.000 neuen DSL-Anschlüsse im zweiten Quartal leicht unter der Prognose.
Die Geschäftskundensparte T-Sytems verbuchte anders als erwartet Rückgänge von Umsatz und Gewinn. Der Außenumsatz sank um zwei Prozent auf 2,28 Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda gab um 3,8 Prozent auf 410 Millionen Euro nach.
Zur Eröffnung lag die T-Aktie 0,9 Prozent im Minus bei 16,32 Euro. „Die Telekom-Zahlen sind neutral bis leicht negativ wegen des Nettoergebnisses. Der niedriger als erwartete Überschuß trübt das Bild etwas, denn er ist letztendlich Ausschlag gebend für die Dividendenzahlung“, sagte ein Händler.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,95 | −1,16% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2449 | −0,31% |
| Rohöl Brent Crude | 105,75 $ | −1,03% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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