16.02.2005 · Niedrigere Mobilfunktarife gibt es nur, wenn es billiger wird, neue Kunden zu gewinnen, behaupten T-Mobile und E-Plus. Beide Unternehmen setzen sich für den Abbau der Gerätesubvention ein.
„Die heutigen Handytarife halten Kunden davon ab, das Mobiltelefon häufiger zu nutzen, als sie gerne würden." Zu dieser ernüchternden Feststellung kommt Rene Obermann, Vorstandsvorsitzender der T-Mobile International. Niedrigere Tarife könnten aber nur angeboten werden, wenn die Kosten für die Kundengewinnung und dabei vor allem die Subventionen für die Handys deutlich gesenkt würden.
Während der Mobilfunkmesse 3GSM in Cannes bestätigte Obermann daher die Strategie seines Unternehmens, vor allem Handys mit Guthabenkarten (Prepaid) nur noch sehr eingeschränkt zu bezuschussen. Diese Geräte sind bei T-Mobile inzwischen deutlich teurer als bei einigen Wettbewerbern. "Wir haben in Kauf genommen, daß wir durch diesen Schritt im Kundenwachstum zurückfallen", erklärte Obermann in Cannes. T-Mobile hatte im vierten Quartal 2004 mit 113000 neuen Kunden erheblich schlechter abgeschnitten als die Wettbewerber.
„Die Abrechnung für die Sprache im Mobilfunk bewegt sich in Richtung der Pauschaltarife, die dem Verbraucher auch für seinen Internetzugang angeboten werden", erwartet Obermann. Dies gelte auch für das Feld der mobilen Datendienste, auf die T-Mobile große Hoffnungen setze. Während 2004 bei T-Mobile rund 230.000 datenzentrierte Geräte mit Telefonfunktion - wie etwa der Blackberry - verkauft wurden, sollen im laufenden Jahr rund 500.000 Datengeräte abgesetzt werden.
„Weg von diesen Zuschüssen“
T-Mobile ist mit der Forderung nach einem Subventionsstopp nicht allein. "Wir müssen im Mobilfunk weg von diesen Zuschüssen", sagte auch Thorsten Dirks, der für Innovation und Informationstechnik zuständige Geschäftsführer des Anbieters E-Plus, im Gespräch mit der F.A.Z.: „Der Neukunde kostet die Netzbetreiber insgesamt etwa 300 Euro, und der größte Teil davon entfällt auf die Subventionen für das Endgerät", fügte Dirks hinzu. Ein solcher Mobilfunkvertrag sei nichts anderes als die „Finanzierung“ des Endgerätes über die Laufzeit der Vereinbarung. Als Alternative zu dieser Praxis sieht er höhere Preise für die Handys und niedrigere Preise für die Nutzung. „Ohne Subventionen könnte es einen signifikanten Abschlag auf die Handytarife geben." Dirks nannte Dänemark als Beispiel für dieses Konzept: "Dort sind die Preise für die Sprachübertragung und Kurznachrichten (SMS) um rund 40 Prozent gefallen, als die Subventionen herabgesetzt wurden."
Bisher haben sich indes die Hoffnungen auf höhere Gerätepreise nicht erfüllt. Auch nicht, als erstmals Handys mit integrierter Kamera vorgestellt wurden. Die Kunden fotografieren zwar mit den Geräten, verschicken die Bilder aber nicht - wie erhofft - über das Mobilfunknetz, sondern laden sie auf ihren Computer und verschicken sie per E-Mail. Die mobile Übertragung ist vielen Kunden zu teuer und zu kompliziert. Nachdem die Handyhersteller jetzt damit beginnen, auch Geräte mit Fernsehempfang auf den Markt zu bringen, ist für Dirks der Punkt zum Handeln endgültig erreicht. Auch an der Fernsehübertragung würden die Netzbetreiber nichts verdienen, wenn die Bilder nicht über ihre Netze übertragen werden, sondern frei empfangbar seien - wie bei einem Fernsehgerät. "Es kann nicht Sache der Mobilfunkunternehmen sein, die Finanzierung von Digitalkameras oder Mini-Fernsehern zu übernehmen, die der Verbraucher dann durch hohe Mobilfunktarife bezahlt", sagte der E-Plus-Geschäftsführer.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,95 | −1,16% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2449 | −0,31% |
| Rohöl Brent Crude | 105,75 $ | −1,03% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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