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Telekommunikation Handy-Markt wächst an Siemens vorbei

26.05.2005 ·  Neue Marktdaten unterstreichen die Misere der Handy-Sparte des Siemens-Konzerns. Der Marktanteil ist von 8,0 auf 5,5 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit 1999 - in einem wachsenden Markt.

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Das Marktforschungsinstitut Gartner geht für 2005 von einem höheren Mobiltelefon-Absatz auf dem Weltmarkt aus als bislang angenommen. Gleichzeitig verstärkt sich aber offenbar der Preiskampf in der Branche.

Für 2005 werde nun ein weltweiter Handy-Absatz von knapp 750 Millionen Stück nach 674 Millionen im Vorjahr erwartet, teilte Gartner am Mittwoch mit. Bislang war Gartner von einem Absatz von 720 Millionen Handys ausgegangen.

Lebhafte Verkäufe

Im ersten Quartal legte der weltweite Mobiltelefon-Absatz nach den Daten des Instituts 17 Prozent auf 180,6 Millionen Stück zu. Grund seien lebhafte Verkäufe in den gesättigten Märkten Europa und Nordamerika sowie starke Zuwächse in Schwellenländern.

Aus den Marktdaten von Gartner wurde zugleich nochmals die Misere der Handy-Sparte des Münchener Siemens-Konzerns deutlich, deren Marktanteil auf 5,5 (Vorjahr 8,0) Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit 1999 sank. Die Sparte hatte von Januar bis März einen Verlust von 138 Millionen Euro eingefahren.

Siemens sucht derzeit nach Partnern für seine Handy-Sparte. Nach Angaben aus Branchenkreisen war ein solcher Marktanteilsverlust in etwa erwartet worden, da die Unsicherheit über die Zukunft der Sparte das Geschäft belastete. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte im April aber betont, daß es weiter Handys der Marke Siemens geben werde. Die Sparte soll ausgegliedert und in eine Partnerschaft eingebracht werden. „Nachdem das geklärt ist, sollte das Schlimmste überstanden sein", hieß es in den Kreisen zu den zuletzt schwachen Absätzen. Außerdem seien zahlreiche neue Produkte geplant. Ein Siemens-Sprecher gab keine Stellungnahme ab.

Vertrauen in Siemens verloren

Auch die Marktforscher von Gartner machten die unklare Zukunft der Sparte für die Marktanteilsverluste von Siemens verantwortlich. „Die Unsicherheit über die Zukunft des Siemens-Geschäfts hat belastet, da Netzwerk-Betreiber und Hauptabsatzkanäle das Vertrauen in das Unternehmen und seine Produkte verlieren", erklärte Analyst Ben Wood. Mit seinem Marktanteil ist der einst viertgrößte Handy-Hersteller Siemens als jetzige Nummer fünf nur noch geringfügig vor Sony Ericsson.

Zur Marktentwicklung sagte Wood, es würden derzeit zwar mehr Mobiltelefone verkauft als angenommen. „Aber die Gewinnmargen sinken", ergänzte er. Verbraucher in Schwellenländern fragten billige Handys nach, und der Wettbewerb in den stärker entwickelten Märkten halte auch dort die Preise niedrig. „Kleinere Hersteller werden den Druck spüren, und viele von ihnen kämpfen bereits darum, profitabel zu bleiben", sagte Wood. Das Marktforschungsunternehmen geht davon aus, daß einige der kleineren Hersteller übernommen werden. „Und einige werden entscheiden, den Mobiltelefon-Markt komplett zu verlassen.“

Nokia baut Vorsprung aus

Marktführer Nokia baute seinen Marktanteil im ersten Quartal auf 30,4 Prozent von 28,8 Prozent im Vorjahr aus. Nokia profitierte demnach von einer guten Entwicklung auf den asiatischen Märkten, wodurch der Anteil im Vergleich zum Vorjahr trotz schwächerer Geschäfte in den Vereinigten Staaten anstieg. Der Marktanteil von Nokia im ersten Quartal fiel aber geringer aus als im Schlussquartal des vergangenen Jahres, als das finnische Unternehmen auf 33 Prozent kam.

Die Marktanteile der nächstgrößten Rivalen von Nokia, Motorola und Samsung, legten im ersten Quartal ebenfalls leicht auf 16,8 beziehungsweise 13,3 Prozent zu. Der koreanische Hersteller LG kam auf 6,2 Prozent.

Im deutschen Aktienhandel gehörte die Aktie von Siemens zu den größten Verlierern im Dax. Aber auch die Nokia-Aktie wurde an der Börse in Helsinki 0,8 Prozent niedriger als am Vortag gehandelt.

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Von Holger Steltzner

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