Home
http://www.faz.net/-gqm-tm97
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Telekommunikation Fernsehsender bieten Kompromiß beim Handy-TV an

08.12.2006 ·  Im Ringen um die Vorherrschaft im neuen Handy-Fernsehen suchen die Fernsehsender einen Kompromiß mit den Mobilfunkbetreibern. Welche Seite wieviele Programmplätze erhalten soll, muß noch ausgehandelt werden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Im Ringen um die Vorherrschaft im neuen Handy-Fernsehen suchen die Fernsehsender einen Kompromiß mit den Mobilfunkbetreibern. Bei einem Treffen in Hamburg schlugen sie vor, den Zugriff auf die Übertragungskapazitäten im mobilen Fernsehstandard DVB-H aufzuteilen.

"Eine Lösung könnte sein, daß die Regulierung einen Teil der Kapazitäten unmittelbar an Rundfunkanbieter zuweist, einen anderen an die Telekommunikationsunternehmen zur Rundfunknutzung", sagte Tobias Schmidt, Leiter Medienpolitik beim Kölner Privatfernsehkonzern RTL. Offenbar rechnen sich die Sender gute Chancen auf eine Einigung mit den Mobilfunkern aus. Welche Seite wieviele Programmplätze erhalten soll, muß aber noch ausgehandelt werden.

Machtkampf ums Handy-Fernsehen

In dem schon seit vielen Monaten andauernden Streit geht es um die Macht im Zukunftsgeschäft Handy-Fernsehen. Sowohl die Mobilfunkbetreiber als auch die Sender nehmen für sich den ersten Zugriff auf die Programmplätze im mobilen Fernsehen via DVB-H in Anspruch.

Die Mobilfunkbetreiber rechtfertigen dies mit den von ihnen zu tragenden hohen Investitionen, die auf bis zu 300 Millionen Euro geschätzt werden. Die Sender argumentieren dagegen mit dem Rundfunkrecht. Zur Diskussion standen in Hamburger 16 Programmplätze via DVB-H. Bislang war dagegen von mehr als 20 möglichen Kanälen ausgegangen worden, doch wurde die Zahl reduziert, um eine bessere Empfangbarkeit zu gewährleisten.

Bei der Hamburger Konferenz waren neben Vertretern der Fernsehbranche die Mobilfunkbetreiber Vodafone, O2 und T-Mobile, sowie die Landesmedienanstalten mit von der Partie. Diese sollen nach dem Hamburger Beschluß bundesweit einheitlich ausgestrahlt werden.

Mobilfunkunternehmen hoffen auf Weihnachtsgeschäft 2007

Die großen Mobilfunkbetreiber hoffen, mit dem Handy-Fernsehen nach dem von ihnen favorisierten Technikstandard DVB-H zum Weihnachtsgeschäft 2007 auf den Markt kommen zu können. Allerdings wird das neue mobile Fernsehen voraussichtlich vorerst wohl nur in Ballungszentren empfangbar sein. Angestrebt wird zunächst eine Reichweite von 20 Prozent der Gesamtbevölkerung, später soll die Hälfte der Deutschen Handy-Fernsehen via DVB-H empfangen können.

Offen ist jedoch bisher, ob das Bundeskartellamt die von den Mobilfunkbetreibern geplante Kooperation beim Handy-Fernsehen zuläßt. Eine Entscheidung in der laufenden Prüfung durch die Wettbewerbshüter steht noch aus.

Quelle: F.A.Z., 09.12.2006, Nr. 287 / Seite 20, theu.
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 10 11

30.05.2012 09:41 Uhr
  Vortag
Dax 6.324,15 −1,14%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.377,95 −1,16%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2449 −0,31%
Rohöl Brent Crude 105,75 $ −1,03%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.