08.12.2006 · Im Ringen um die Vorherrschaft im neuen Handy-Fernsehen suchen die Fernsehsender einen Kompromiß mit den Mobilfunkbetreibern. Welche Seite wieviele Programmplätze erhalten soll, muß noch ausgehandelt werden.
Im Ringen um die Vorherrschaft im neuen Handy-Fernsehen suchen die Fernsehsender einen Kompromiß mit den Mobilfunkbetreibern. Bei einem Treffen in Hamburg schlugen sie vor, den Zugriff auf die Übertragungskapazitäten im mobilen Fernsehstandard DVB-H aufzuteilen.
"Eine Lösung könnte sein, daß die Regulierung einen Teil der Kapazitäten unmittelbar an Rundfunkanbieter zuweist, einen anderen an die Telekommunikationsunternehmen zur Rundfunknutzung", sagte Tobias Schmidt, Leiter Medienpolitik beim Kölner Privatfernsehkonzern RTL. Offenbar rechnen sich die Sender gute Chancen auf eine Einigung mit den Mobilfunkern aus. Welche Seite wieviele Programmplätze erhalten soll, muß aber noch ausgehandelt werden.
Machtkampf ums Handy-Fernsehen
In dem schon seit vielen Monaten andauernden Streit geht es um die Macht im Zukunftsgeschäft Handy-Fernsehen. Sowohl die Mobilfunkbetreiber als auch die Sender nehmen für sich den ersten Zugriff auf die Programmplätze im mobilen Fernsehen via DVB-H in Anspruch.
Die Mobilfunkbetreiber rechtfertigen dies mit den von ihnen zu tragenden hohen Investitionen, die auf bis zu 300 Millionen Euro geschätzt werden. Die Sender argumentieren dagegen mit dem Rundfunkrecht. Zur Diskussion standen in Hamburger 16 Programmplätze via DVB-H. Bislang war dagegen von mehr als 20 möglichen Kanälen ausgegangen worden, doch wurde die Zahl reduziert, um eine bessere Empfangbarkeit zu gewährleisten.
Bei der Hamburger Konferenz waren neben Vertretern der Fernsehbranche die Mobilfunkbetreiber Vodafone, O2 und T-Mobile, sowie die Landesmedienanstalten mit von der Partie. Diese sollen nach dem Hamburger Beschluß bundesweit einheitlich ausgestrahlt werden.
Mobilfunkunternehmen hoffen auf Weihnachtsgeschäft 2007
Die großen Mobilfunkbetreiber hoffen, mit dem Handy-Fernsehen nach dem von ihnen favorisierten Technikstandard DVB-H zum Weihnachtsgeschäft 2007 auf den Markt kommen zu können. Allerdings wird das neue mobile Fernsehen voraussichtlich vorerst wohl nur in Ballungszentren empfangbar sein. Angestrebt wird zunächst eine Reichweite von 20 Prozent der Gesamtbevölkerung, später soll die Hälfte der Deutschen Handy-Fernsehen via DVB-H empfangen können.
Offen ist jedoch bisher, ob das Bundeskartellamt die von den Mobilfunkbetreibern geplante Kooperation beim Handy-Fernsehen zuläßt. Eine Entscheidung in der laufenden Prüfung durch die Wettbewerbshüter steht noch aus.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,95 | −1,16% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2449 | −0,31% |
| Rohöl Brent Crude | 105,75 $ | −1,03% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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