Home
http://www.faz.net/-gqm-osiu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Telekommunikation DWS setzt Telekom unter Druck

18.05.2004 ·  Die größte europäische Fondsgesellschaft DWS hat von der Deutschen Telekom einschneidende Veränderung bei der Struktur und der Ausrichtung des Konzerns gefordert.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die größte europäische Fondsgesellschaft DWS hat von der Deutschen Telekom einschneidende Veränderung bei der Struktur und der Ausrichtung des Konzerns gefordert.

„Unseres Erachtens nach gehören die Säulen (der Telekom) ins benachbarte Römisch-Germanische Museum und sollten dem Beispiel der France Telecom, einer Verschmelzung der Geschäftseinheiten, weichen", sagte der für Telekomwerte und Versorger zuständige DWS-Fondsmanager Ralf Oberbannscheidt am Dienstag in Köln auf der Telekom-Hauptversammlung.

DWS droht mit Deinvestment

Auch an der jüngst angekündigten Strategie der Telekom, künftig verstärkt auf die Wachstumsfelder Mobilfunk, Geschäftskunden und breitbandiges Internet zu setzen, übte der Fondsmanager Kritik. „Das erscheint uns im internationalen Vergleich nicht gerade sehr neuartig oder innovativ", sagte Oberbannscheidt. Er verlangte klarere Aussagen über die künftige Ausrichtung des größten europäischen Telekom-Konzerns. „Wie Sie wissen, gibt es für uns genug andere Investment-Möglichkeiten", sagte der Fondsmanager mit Blick auf die von der DWS gehaltene Beteiligung an der Telekom mit rund 57 Millionen Aktien.

Dividende gefordert

Zudem forderte er, daß die Telekom nach zwei dividendenlosen Jahren wieder eine Ausschüttung an die Aktionäre liefern müsse. „Vergessen Sie nicht, uns Aktionäre mit einer angemessenen Dividende für unser Warten der letzten Jahre zu belohnen", sagte der Fondsmanager. Vor überteuerten Akquisitionen riet er ab. Die Investoren störe es, wenn „bei sämtlichen Übernahmegerüchten immer wieder auch der Name Deutsche Telekom auftaucht".

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte zuvor in seiner mehr als einstündigen Rede vor den rund 7.000 Aktionären angekündigt, daß die Telekom sich für Zukäufe vor allem in Osteuropa bereit halte. Eine Dividende will die Telekom wegen des Schuldenabbaus trotz der Rückkehr in die Gewinnzone im abgelaufenen Geschäftsjahr erst wieder für das Jahr 2004 ausschütten. Ricke hatte zuletzt selbst einen Umbau des in den Sparten Festnetz, Mobilfunk, Internet und Systemintegration angeregt, aber bislang keine Einzelheiten genannt. Eine „radikale Umorganisation“ werde es jedoch nicht geben, schränkte Ricke sein Vorhaben auf der Hauptversammlung wieder ein.

Toll Collect bis 2015 mit Verlust

Bei dem von Pannen begleiteten Lkw-Maut-Projekt Toll Collect rechnet die Deutsche Telekom nicht mehr mit einem Gewinn. Finanzchef Karl-Gerhard Eick sagte, bis zum Ende der Vertragslaufzeit im Jahr 2015 werde die Toll Collect GmbH einen Verlust ausweisen. Dafür seien Rückstellungen gebildet worden. Das Maut-Projekt sollte ursprünglich in der Jahresmitte 2003 starten, verzögert sich wegen massiver technischer Probleme bei der Erfassung und Abrechnung voraussichtlich bis Jahresanfang 2005.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 10 11

30.05.2012 09:41 Uhr
  Vortag
Dax 6.324,15 −1,14%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.377,95 −1,16%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2449 −0,31%
Rohöl Brent Crude 105,75 $ −1,03%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.