31.05.2006 · Dank eines florierenden DSL-Geschäftes hat die Vodafone-Tochtergesellschaft Arcor im vergangenen Geschäftsjahr erstmals die Gewinnzone erreicht. Allerdings muß der Start des Internet-Fernsehens verschoben werden.
Dank eines stark wachsenden Geschäfts mit schnellen DSL-Anschlüssen an das Internet hat die Vodafone-Tochtergesellschaft Arcor im vergangenen Geschäftsjahr erstmals die Gewinnzone erreicht. "Unsere Infrastrukturstrategie geht auf, Arcor hat unter dem Strich 54 Millionen Euro Plus erwirtschaftet", sagte Arcor-Chef Harald Stöber vor der Presse in Frankfurt. Das Unternehmen betreibt nach der Deutschen Telekom das zweitgrößte Telekommunikationsnetz in Deutschland. Der Umsatz stieg um 330 Millionen Euro auf 1,9 Milliarden Euro.
2 Millionen DSL-Kunden zum Jahresende angepeilt
Arcor hatte Ende März 1,3 Millionen DSL-Kunden; bis zum Jahresende soll die Zahl auf 2 Millionen steigen, ließ Stöber durchblicken. 1,4 Millionen Kunden haben ihren Telefonanschluß inzwischen von der Telekom zu Arcor verlagert. Um das Wachstumstempo zu erhöhen, baut Arcor sein Netz zügig aus. "Aktuell sind wir in 360 Städten mit eigener Technik präsent und erreichen 47 Prozent der Bevölkerung. In den kommenden Monaten werden wir eine Abdeckung von 50 Prozent erreichen", sagte Stöber. Zudem solle die Kooperation mit Vodafone Impulse bringen.
Verzögerung im Internet-Fernsehen
Eine Verzögerung gibt es in der Entwicklung des Internet-Fernsehens, da Arcor in der Übertragung der Fernsehprogramme über die DSL-Datenleitung einen anderen Weg als die Konkurrenten T-Online oder Hansenet: Internet-Fernsehen soll die klassischen Übertragungswege wie Satellit oder terrestrisches Digitalfernsehen über eine Zimmerantenne nicht ersetzen, sondern ergänzen. "Die bisherigen Investitionen in Übertragungswege dürfen nicht ad absurdum geführt werden", sagte Stöber. Die Verbindung mehrerer Übertragungswege zu einem Produkt dauere aber etwas länger als geplant. "Wir starten das Internet-Fernsehen wohl erst zum Jahresende", sagte Stöber. Hitzige Diskussionen gebe es zur Zeit über die Werbung im Internet-Fernsehen. Internetunternehmen wie Arcor hoffen, in zeitversetzt ausgestrahlten Sendungen interaktive Werbeformen einsetzen zu können. Diese Werbung gibt als wichtigste Refinanzierungsquelle für das Internet-Fernsehen, da die deutschen Fernsehzuschauer nur eine geringe Zahlungsbereitschaft für TV zeigen. Unklar ist aber noch, ob Werbung in zeitversetzt ausgestrahlten öffentlich-rechtlichen Programmen zulässig ist.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,95 | −1,16% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2449 | −0,31% |
| Rohöl Brent Crude | 105,75 $ | −1,03% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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